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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Ausgaben der argentinischen
Provinzen Buenos Aires, Córdoba und Corrientes

Buenos Aires – Neudrucke

      Die frühesten Neudrucke der barquitos stammen bereits aus dem Jahr 1890: Pedro N. Arata liess – mit Genehmigung des Director de Correos y Telégrafos, Estanislao S. Zeballos – Neudrucke von den Originalklischees anfertigen. Die dazu verwendeten Druckplatten wurden anschliessend im Postmuseum in Buenos Aires verwahrt, die Klischees wurden 1893 unbrauchbar gemacht.
      Umfangreiche Informationen zu dieser auf sehr dickem, gelblichem Papier gedruckten Neudruckausgabe, z. B. eine detaillierte Beschreibung der Charakteristika aller Bogenfelder, finden Sie in einem von P.N. Aratas Sohn, J.C. Arata, verfassten Artikel.

      Diese Neudrucke sind bei Kalckhoff 1892 noch nicht erwähnt, aber einige Jahre später war die Kenntnis über ihre Existenz nach Europa gelangt, so dass Bacon sie 1898 – wohl als erster – aufführt.

      Die Druckplatten der barquitos, die Pablo Cataldi der Postdirektion geliefert hatte, wurden, wie erwähnt, unbrauchbar gemacht bzw. teilweise gestohlen (?; jedenfalls sind sie verschwunden …). Was geschah mit dem Urstempel und den Matrizen?
      Sie waren verschollen und tauchten zufällig im Nachlass eines deutschen Emigranten auf, der in den späten siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach Argentinien ausgewandert war, um sich dem preussischen Militärdienst zu entziehen. Er sammelte Kuriositäten aller Art und kam dabei irgendwie in den Besitz dieses Original-Druckmaterials. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert kehrte er nach Deutschland zurück, wo er rund 50 Jahre später verstarb.

      Glücklicherweise gelangte das Material in kompetente Hände: Der Auktionator und engagierte Philatelist Georg Bühler, dem wir auch eine hervorragende Monographie über den „Sachsendreier“ verdanken, analysierte das ihm vorliegende Material und stellte, nach fast 100 Jahren, die ersten Abzüge vom Urstempel der barquitos her. Diese findet man, neben der hervorragend recherchierten Geschichte der Barquito-Drucke, in dem nur sehr selten angebotenen kleinen Buch von Bühler, das bei mir, wie an anderer Stelle erwähnt, die Begeisterung für die argentinischen Provinzausgaben weckte.

      Diese äusserst selten anzutreffenden Abzüge vom Urstempel und den sieben in Bühlers Besitz befindlichen Matrizen zeigen die folgenden Abbildungen:

Barquitos aus dem Buch von Bühler
Abb. aus Bühler 1955
Barquitos aus dem Buch von Bühler
Abb. aus Bühler 1955

      Die nach Arata zweite, nicht amtlich genehmigte Neudruckauflage verdanken wir dem Sammler E. Latour. Seine Neudrucke sowohl der barquitos wie der cabecitas wurden wohl mit den „verschwundenen“ Druckplatten (Serrane spricht klar von clichés volés, also gestohlenen Klischees) hergestellt und gelangten um 1912 in den Handel. Ein grosser Teil wurde für Peplows 1925 erschienenes Buch The Postage Stamps of Buenos Aires (s. „Literatur“) verwendet. Latour war recht kreativ; sowohl die Barquitos wie die Cabecitas kommen in verschiedenen Typen und in bei den Originalen nicht verwendeten „Phantasiefarben“ vor.

Latour-Neudrucke
Latour-Neudrucke

      Die von Latour verwendeten Druckplatten wurden nach seinem Tod von dem bekannten amerikanischen Sammler → Alfred F. Lichtenstein erworben, der weitere Neudrucke damit herstellte.


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 2. Juni 2007, letzte Bearbeitung am 2. Juni 2007.


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