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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Brasilien

Die gezähnten „Katzenaugen“

Brasilien gezähnte „Katzenaugen“
Gezähnte „Katzenaugen“
(Grosses Bild)

      Gezähnte „Katzenaugen“? Wenn Sie bei dieser Überschrift etwas ins Grübeln geraten sind, ist das verständlich, denn die „Katzenaugen“ wurden geschnitten verausgabt; erst die nachfolgende „Dom-Pedro“-Ausgabe vom 1. 7. 1866 erschien gezähnt. Auch auf dieser Site finden Sie an anderer Stelle schon den Hinweis, dass die erste gezähnte Ausgabe diese Dom-Pedro-Serie war. Was hat es also mit den gezähnten „Katzenaugen“ auf sich?

      Als 1866 die Dom-Pedro-Ausgabe eingeführt wurde, gab es noch riesige Restbestände der „Katzenaugen“, nach Kloke genau 5 946 217 Stück. Die Post wollte diese zuerst aufbrauchen; teilweise wurde sogar die Abgabe der neuen Marken zunächst eingestellt, und an die Postämter wurden nur die alten Ziffern-Ausgaben geliefert.

      Die Postbeamten hatten aber inzwischen, mit den ersten ausgelieferten Dom-Pedro-Marken, gemerkt, welch enorme Erleichterung die Zähnung im Schalterbetrieb brachte. Einige Mitarbeiter im Hauptpostamt in Rio de Janeiro (nur dort!) griffen deshalb zur Selbsthilfe: Sie benutzten eine im Postamt vorhandene Zähnungsmaschine für Formulare, um einen Teil der noch vorhandenen „Katzenaugen“-Bögen mit einer Zähnung zu versehen.

      Eine offizielle Anweisung, so zu verfahren, gab es nie. Diese Zähnungen werden deshalb als „privat“ oder allenfalls als „halboffiziell“ eingestuft.

      Jetzt sollten wir nur noch die Frage klären, von welcher Zähnung wir eigentlich reden. Kloke nennt im Kohl-Handbuch (1926) 13 ½, die gleiche Angabe finden wir bei Maassen/Wittig (1982), und auch der Scott-Katalog (1995) bestätigt diesen Wert. Im RHM- (1993), Meyer- (1999) und Michel-Katalog (2004) ist dagegen 13 ¼ angegeben. Damit es richtig übersichtlich wird, betonen alle diese Quellen, dass andere Zähnungen falsch sind …

      Bei unterschiedlichen Angaben in der Literatur hilft dann vielleicht die eigene Sammlung weiter. Ich besitze allerdings nur wenige Exemplare dieser gezähnten „Katzenaugen“ (ausser den drei oben gezeigten nur noch zwei weitere 30 Réis schwarz), also kaum eine statistisch signifikante Stichprobe. Mein → SAFE perfotronic (dem ich mehr vertraue als allen mechanischen oder gedruckten Zähnungsschlüsseln) fand bei diesen fünf Marken

      Wenn ich diese (keineswegs repräsentativen) Messungen mit den unterschiedlichen Angaben in der Literatur zusammen betrachte, bleibt eigentlich nur die Schlussfolgerung, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt: Die verwendete Zähnungsmaschine war für Formulare, nicht für Briefmarken gedacht; vielleicht liegt die Zähnung „gerade so dazwischen“? Ich wäre dankbar, wenn ich meine Stichprobe erweitern könnte: Wenn Sie gezähnte „Katzenaugen“ besitzen, schicken Sie mir doch bitte Angaben über die Zähnung, die Sie bei den verschiedenen Werten gefunden haben. Wenn ich eine ausreichende Datenmenge gesammelt habe (ca. 500 Stück sollten für den Anfang genügen), werde ich die Ergebnisse hier veröffentlichen. (Nachtrag 11. Dezember 2015: Da ich in den mehr als zehn Jahren, in denen diese Seite online ist, nicht eine einzige entsprechende Information erhalten habe, können wir das mit der „Datenbank“ wohl als erledigt betrachten …)


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 12. Juni 2005, letzte Bearbeitung am 11. Dezember 2015.


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