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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Brasilien

Gefälschte „Ochsenaugen“

Brasilien: Fälschungen der „Ochsenaugen“, der ersten Ausgabe von 1843

      Brasilien, sog. „Ochsenaugen“, Katalogwert laut Michel Südamerika 2005 über € 2000,–, ohne Obligo.

      Mit dieser oder einer ähnlichen Formulierung könnte ich diese Marken bei einer Internet-Auktion einstellen und würde mich damit in nicht gerade guter, aber dafür zahlreicher Gesellschaft befinden – so bietet man Fälschungen an!

      Die beiden oben gezeigten Marken sind gefälscht, Machwerke zum Schaden der Sammler. Bei ausreichend grosser und detaillierter Darstellung – die man bei Angeboten solcher Stücke deshalb auch niemals findet (1) – lassen sich diese Marken allerdings relativ schnell als Fälschungen entlarven, vor allem, wenn ein echtes Exemplar zum Vergleich vorliegt:

Brasilien: Ochsenauge 60 Réis Original

      „Ochsenaugen“ 60 Réis
      Oben: Original
      Unten: Fälschung
 
      Ein unglaublich primitiv gemachtes Stück, zu dessen Identifizierung man eigentlich wirklich nur einmal im Leben eine echte Marke gesehen haben muss.
 
      Achten Sie die auf die „Innenräume“ oben und unten in der „6“ und auch in der „0“ – die Proportionen der Ziffern sind völlig falsch. Die ganze Hintergrundzeichnung ist viel zu grob, und auch der Bereich, in dem das Oval den Aussenrand berührt, ist einfach plump.
      Kinderpost-Fälschung, wahrscheinlich schon sehr alt, ungefährlich.

Brasilien: Ochsenauge 60 Réis Fälschung

Brasilien: Ochsenauge 90 Réis Original

      „Ochsenaugen“ 90 Réis
      Oben: Original
      Unten: Fälschung
 
      Etwas besser gemacht als der oben gezeigte falsche 60 Réis-Wert, aber ebenfalls leicht zu erkennen.
 
      Auch hier sind die Ziffern falsch proportioniert; achten Sie – das gilt auch für „bessere“ Fälschungen als diese – auf die „schattierten“ Partien der Ziffern: Sie dürfen nie homogen schwarz erscheinen, es muss immer noch Zeichnung darin zu erkennen sein. Die Randgestaltung ist besser, aber auch hier verrät der erste Blick auf die Hintergrundzeichnung die Fälschung.
      Ebenfalls eine Fälschung auf Kinderpost-Niveau, ebenfalls ungefährlich.

Brasilien: Ochsenauge 90 Réis Fälschung

      Beide hier gezeigten Fälschungen sind so schlecht (was wiederum gut für die Sammler und die Philatelie insgesamt ist), dass sie schon bei flüchtiger Betrachtung zu identifizieren sind. Ich möchte damit Ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Details im Markenbild lenken; es gibt noch viele gefälschte Ochsenaugen in alten Alben, und diese sind überwiegend ungefährlich, da der Stichtiefdruck (Hintergrundzeichnung!) Fälscher vor erhebliche Probleme stellte.
      Daneben gibt es aber auch, wie Maassen/Wittig ausführen, neuere Fälschungen, die teilweise gefährlich „gut“ sind und die man nicht mehr auf den ersten Blick identifizieren kann. Vorsicht ist also, wie bei allen Klassikern, immer geboten, vor allem beim Kauf von einer unbekannten Quelle.


Fussnoten:

  1. Siehe dazu auch „Soll man klassische Marken auf Internet-Auktionen kaufen?

Literatur:


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Copyright © 2005 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 12. Juni 2005, letzte Bearbeitung am 12. Juni 2005.


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