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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Schweiz

Was nicht (mehr) im „Zumstein“ steht

      Kürzlich blätterte ich ein bisschen zu Vergleichszwecken in verschiedenen Ausgaben des Zumstein-Katalogs. (Falls es Philatelisten ausserhalb der Schweiz gibt, denen dieser Name vielleicht nichts sagt: „Zumstein“ ist für die Schweiz, was „Michel“ für Deutschland ist – der Standard-Katalog. Wenn Sie Schweiz sammeln, ist dieser Katalog ein Muss!)
      Ich bin glücklicher Besitzer der ersten Ausgabe des Zumstein-Katalogs aus dem Jahr 1909 sowie einiger weiterer Ausgaben bis zur aktuellen Version des „Spezialkatalog Schweiz“ von 2000. (Im Gegensatz zum „Michel Deutschland-Spezial“ erscheint Zumsteins Spezialkatalog nur etwa alle 6–8 Jahre neu.)

      Es ist immer interessant, Katalogausgaben über einen so langen Zeitraum zu vergleichen: Der Zuwachs an philatelistischen Informationen ist beachtlich, die teilweise erheblich geänderte Klassifizierung einzelner Ausgaben ist interessant, und natürlich ist es auch reizvoll, die Wertentwicklung zu verfolgen.

      Noch interessanter war dabei für mich, dass verschiedene Informationen, die man 1909 im Katalog findet, im „Spezialkatalog 2000“ nicht mehr auftauchen.
 

Wie dünn ist „dünnes“ Papier?

      Bei den „Strubeln“ (sitzende Helvetia ungezähnt 1854–1862) ist eines der Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Drucke die Dicke des Papiers. In den Katalogen sowohl von 1909 wie auch aus dem Jahr 2000 wird darauf hingewiesen, dass ein Mikrometer zur Bestimmung der Papierdicke ein äusserst nützliches Hilfsmittel darstellt, ein entsprechendes Instrument wurde damals und wird heute von Zumstein angeboten – auch meines stammt daher.

      In der aktuellen Katalogausgabe findet man allerdings nirgends die Information, wie dick denn nun dickes resp. dünnes Papier ist. Der Zumstein-Katalog von 1909 dagegen nennt konkrete Werte:

      Fällt Ihnen an diesen Werten etwas auf? Mir ist es, ehrlich gesagt, nicht aufgefallen, aber ein aufmerksamer Sammler-Kollege hat mich darauf hingewiesen, dass ich hier etwas zu unkritisch aus dem alten Katalog zitiert habe, in dem tatsächlich diese Zahlen genannt werden: Die Werte sind alle eine Grössenordnung zu hoch! Korrekt muss es also heissen

      Das ist dann realistisch; Grallert nennt in seinem Lexikon für dünnes Papier 50–70 Mikron (0,05–0,07 mm), für dickes Papier 100–130 Mikron (0,1–0,13 mm).
 

Strubel-Farbproben

      Zur Strubel-Ausgabe existiert eine relativ grosse Zahl von Farbproben; ich besitze auch einige dieser Stücke. Im Zumstein-Katalog 1909 sind sie detailliert gelistet und bewertet, im aktuellen Spezialkatalog findet man sie nicht.
      Der Grund dafür: Es gibt neuere Forschungsergebnisse, die eine komplette Neubearbeitung dieses Themas erfordern. Eine Übersicht über die Strubel-Farbproben gab es einmal in der BBZ (Berner Briefmarken-Zeitung), aktuell ist hier wohl das „Strubel-Handbuch“ die beste Referenz. Wir warten auf den neuen „Zumstein Spezialkatalog Schweiz“ …
 

Der „Esslinger Probedruck“

      Von der „Zürich 4“ und „Zürich 6“ existieren Probedrucke (oder doch Essais?) mit den Zahlen „18“ und „43“ in den unteren Ecken, die von der Firma „Lithographie Esslinger“ in Zürich hergestellt wurden. Im Zumstein-Katalog 1909 sind diese Probedrucke aufgeführt, die Ausgabe 2000 erwähnt sie nicht mehr.


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 12. Juni 2005, letzte Bearbeitung am 1. Januar 2016.


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