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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Dänemark

Dänisch-Westindien – Neudrucke

[…] da sich Angebot und Nachfrage bei allen Neudrucken in etwa entsprechen, wobei das Angebot praktisch gleich null ist.

Debo 1967

      Auch 45 Jahre später kann ich mindestens den zweiten Teil von Debos Aussage zur Marktsituation der Neudrucke von Dänisch-Westindien bestätigen. Alle Neudrucke dieses Gebiets  – einschliesslich einer Ausgabe, die erst 14 Jahre nach Erscheinen von Debos Artikel gedruckt wurde – sind als Bestandteile von Büchern veröffentlicht worden und wurden nicht einzeln verkauft. Die beiden 1930 und 1942 erschienenen Bücher von Hagemann sind heute selten und relativ teuer und werden kaum einmal angeboten, und die eingeklebten (!) Neudrucke aus einem dieser Bände zu entnehmen, kommt für einen Literatursammler nicht in Frage.
      (Das scheint eine kleine skandinavische Spezialität zu sein; auch die Neudrucke von Norwegens Nr. 1 wurden zum grössten Teil in Büchern eingebunden veröffentlicht.)

      Neudrucke gibt es nur von zwei Werten von Dänisch-Westindien: Drei verschiedene Neudrucke der 3-Cents-Marke (AFA Nr. 1) von 1856 und zwei verschiedene der 4-Cents-Marke (AFA Nr. 4) von 1873 wurden offiziell hergestellt.

      Eine sechste Ausgabe, ein im AFA als N8 katalogisierter Schwarzdruck des Ovals der 7-Cents-Marke von 1874 im Viererblock (Abb. links: AFA N8 aus Hagemann 1930), kann man – wie schon Debo feststellte – getrost ignorieren, da sie nicht von den zum Druck benutzten Klischees stammt und ausserdem eben nur ein Schwarzdruck ist. Nach diesen zwei Kriterien ist diese Ausgabe damit kein „echter“ Neudruck. Auch den als N1d im AFA geführten Neudruck der 3-Cents-Marke habe ich nicht berücksichtigt, da auch dies ein Schwarzdruck ist.

      Die beiden Bücher von Hagemann enthalten ausserdem noch Neudrucke der Unterdrucke in Markengrösse, an denen man die Unterdruckvarianten sehr schön studieren kann.

 

Neudrucke der 3 Cents 1856 (AFA Nr. 1)

AFA N1a

AFA N1a
AFA N1a (aus Hagemann 1930)

      Diese Marke wurde auf gelblichem Papier ohne Wasserzeichen gedruckt. Nach Debo wurden insgesamt 600 Stück hergestellt; 300 kamen in Hagemanns Buch, die übrigen verblieben bei der Post. (Ob sie dort heute noch sind, weiss ich nicht.) Bitte beachten Sie: Wenn Sie den Artikel von Debo lesen, sind Sie vielleicht irritiert, was die Bezeichnung des Unterdruck-Typs angeht. Debo verwendet nicht die – auf der Seite über die Fire R.B.S. im Detail erläuterte und illustrierte – AFA-Einteilung! Diese Marke zeigt (Spitzen nach links oben) einen Unterdruck vom AFA-Typ IIa, bei Debo ist das Ia. Hier ein Vergleich der Unterdruck-Bezeichnungen:

Unterdrucke bei AFA und Debo

 

AFA N1b

AFA N1b
AFA N1b (aus Hagemann 1942)

      Von diesem Neudruck existieren genau die 400 Stück, die für die einzeln nummerierten 400 Exemplare des 1942 von Hagemann herausgegebenen Buchs gebraucht wurden. Die Farbe entspricht dem Original von 1856 weniger gut als bei N1a; Debo vergleicht sie mit den „helleren Farbtönen der 3 C. 1866“. Alle Ausgaben des Neudrucks von 1942 tragen einen rückseitigen Aufdruck; mehr dazu unten bei den Unterdruck-Neudrucken.

 

AFA N1c

AFA N1c
AFA N1c (aus Engstrom 1981)

      Die dänische Post hat für diesen Band einen Neudruck der 3-Cents-Marke von 1856 (MiNr. 1) angefertigt, von dem jeweils ein Viertelbogen in jedes Exemplar des Buches kam; Neudruck und Buch haben jeweils identische Nummern. Dieser Neudruck hat den weissen Gummi der AFA Nr. 1A/MiNr. 1a. (Diese 25er-Bogenteile sind übrigens mit Fotoecken im Buch befestigt und damit problemlos entnehmbar.)

AFA N1c
Oben: Die Ausschnittvergrösserung zeigt deutlich den Unterdruck vom Typ Ia.
Unten: Dieser Neudruck ist, jeweils über zwei Marken übergehend, eindeutig gekennzeichnet.
AFA N1c

 

Neudrucke der 4 Cents 1873 (AFA Nr. 4)

      Die beiden Neudrucke der AFA Nr. 4 aus den Büchern von Hagemann unterscheiden sich markant vom Original: Beide sind, im Gegensatz zur Originalmarke, geschnitten statt gezähnt. (Einen Unterdruck gab es auch bei den Originalen nicht.) Die Nr. 4 erschien mit Linienzähnung 12½; ungezähnt gebliebene Exemplare sind allerdings im AFA als Varianten katalogisiert.

AFA N4a

AFA N4a
AFA N4a (aus Hagemann 1930)

 

AFA N4b

AFA N4b
AFA N4a (aus Hagemann 1942)

      Auch hier, wie beim 1942er-Neudruck der 3-Cents-Marke, bemängelt Debo die nicht ganz korrekte Farbe: Er beschreibt sie als blau statt des eigentlich richtigen ultramarin.

 

Unterdruck-Neudrucke

      Nur in den Büchern von Hagemann finden Sie diese sehr speziellen Neudrucke: Statt der ganzen Marke hat man hier nur den Unterdruck auf Papier in annähernder Markengrösse gedruckt. Auch diese Neudrucke sind in die 1930 bzw. 1942 erschienenen Bücher fest eingeklebt.
      Natürlich sind dies, wie die oben genannten AFA Nr. N1d und N8, ebenfalls keine „echten“ Neudrucke; im AFA sind sie überhaupt nicht aufgeführt. Da Sie diese Druckerzeugnisse aber, wenn Sie nicht eines der Bücher besitzen, kaum jemals irgendwo sehen werden, möchte ich sie Ihnen hier kurz vorstellen, damit Sie eine Vorstellung davon haben, wie solch ein „nackter“ Unterdruck aussieht.

Unterdruck-Neudrucke aus Hagemann 1930

Unterdruck
Unterdrucke aus Hagemann 1930
Oben: So sind die Unterdrucke im Buch mit erklärenden Schemazeichnungen angeordnet.
Unten: Der digital bearbeitete vergrösserte Mittelteil zeigt das Muster deutlicher.
Unterdruck

 

Unterdruck-Neudruck aus Hagemann 1942

Unterdruck
Unterdruck aus Hagemann 1942
Unterdruck

      Alle Neudrucke des Jahres 1942 tragen einen rückseitigen Druck, den man auf den Marken nicht erkennt. (Man müsste sie dazu aus dem Buch lösen.) Bei diesem Unterdruck-Neudruck kann man jedoch noch einen Teil des über zehn Marken gehenden Textes erkennen; komplett lautet er (im Bild erkennbare Teile fett hervorgehoben):
      NYTRYK 1942. G.A. HAGEMANN: DANMARKS OG DANSK VESTINDIENS FRIMÄRKER, BIND 2

      Über zehn Marken, eine horizontale Reihe also, geht der Text nur bei den Überdruck-Neudrucken; bei den 3- und 4-Cents-Neudrucken kommen mehrzeilige Aufdrucke und auch senkrecht zum Markenbild verlaufende Aufdrucke vor.


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 6. Januar 2013, letzte Bearbeitung am 9. Januar 2013.


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