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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Dänemark

Klassische Ausgaben: Die „Rigsbankskilling“-Ausgaben – 2 Rigsbankskilling

It is a proud day for any collector when he adds his first 2 RBS stamp to his collection.

Peer Lorentzen (2002)

      Genau einen Monat nach der Fire R.B.S., am 1. Mai 1851, kam die zweite (1) Marke Dänemarks an die Schalter. Die Portostufe 2 RBS war für die Bestellung von Ortsbriefen in Kopenhagen vorgesehen (die ehemalige Fodpost wurde mit dem Postgesetz von 1851 verstaatlicht). Eigentlich hätten wohl beide Werte, 2 und 4 RBS, gleichzeitig erscheinen sollen, aber es gab gewisse Verzögerungen in der Herstellung der kleineren Wertstufe.

2 Rigsbankskilling
2 Rigsbankskilling Thiele (1852), Platte II, Typ 9, Nr. 93 (AFA 2b)

      Auch der Entwurf zu dieser Marke stammt von M.W. Ferslew, und wie bei der Fire R.B.S. wurde auch hier der Unterdruck der ersten Auflage in Stichtiefdruck ausgeführt. Es gab 200 Klischees für den gleichzeitigen Druck von 2 Platten mit je 100 Marken.

      Im August 1852 wurde eine zweite, grössere Auflage gedruckt. Die Parallelen zur Fire R.B.S. gehen weiter: Auch bei der 2 RBS kam die zweite Auflage mit Unterdruck in Buchdruck, und entsprechend findet man auch hier die Unterteilung in Ferslew- und Thiele-Drucke, obwohl beide Druckauflagen bei Thiele hergestellt wurden.

      Die beiden Drucke sind problemlos zu unterscheiden, denn ausser dem geänderten Unterdruck gibt es auch einen deutlichen Farbunterschied zwischen der leicht grünlich-blauen ersten und der eindeutig blauen zweiten Auflage. Ein weiterer Unterschied erschliesst sich erst, wenn man die Marke der ersten oder zweiten Platte zugeordnet hat: Die Unterdruck-Typen – im Detail auf der Seite über die Fire R.B.S. erklärt – wurden zwischen erster und zweiter Auflage vertauscht.

Unterschiede zwischen 1. und 2. Druck der 2 Rigsbankskilling
    1. Druck 2. Druck
Ausgabedatum   1. Mai 1851 August 1852
Auflage   101 800 377 500
Farbe   grünlich-blau blau, preussischblau
Unterdruck Drucktechnik Stichtiefdruck Buchdruck
Farbe graubraun orangebraun
Typ Platte I: Ia
Platte II: Ib
Platte I: Ib
Platte II: Ia
Alle Angaben nach Christensen

 

Typen

      Das gibt es bei der Fire R.B.S. nicht: Alle 2 RBS lassen sich einem von zehn eindeutig unterscheidbaren Typen zuordnen. Der Grund dafür liegt in der Technik, mit der die Druckplatten hergestellt wurden: Ferslew machte zunächst zehn Abdrücke vom Urstempel, die dann zusammengesetzt wurden; von diesem Zehnerblock (zwei waagerecht, fünf senkrecht) wurden die eigentlichen Drucksteine abgenommen.

      Die Kennzeichen der einzelnen Typen sind in der Literatur im Detail beschrieben; der oben abgebildete Typ 9 etwa ist durch

      charakterisiert.

      Vier beschädigte Klischees wurden bei Platte I ausgetauscht, so dass die drei betroffenen Zehnerblöcke im Druckbogen nicht alle Typen an der „richtigen“ Stelle zeigen.

 

Papier und Wasserzeichen

      Das für den Druck der 2 RBS verwendete Papier ist das gleiche, das auch für die Fire R.B.S. verwendet wurde (mit demselben Wasserzeichen).

 

Retuschen

      Fast alle der 200 Stempel wurden nachbearbeitet; bei vier Marken sind die vorgenommenen Änderungen sehr deutlich („the four major retouches“ nach Christensen). Es sind dies die Marken der Bogenfelder 80, 93 und 100 von Platte I sowie 98 von Platte II.

      Drei Stempel wurden in wiederum auffälliger Weise offenbar nicht nachbearbeitet; sie stellen praktisch unveränderte Ausgaben des Ursteins dar.
      Christensen führt diese als „the three almost unretouched clichés“ separat auf; Sie finden diese Marken auf den Bogenfeldern 27 und 69 von Platte I und 55 von Platte II. Wenn Sie also eine 2 RBS im „Originalzustand“ sehen wollen, sollten Sie nach solchen Exemplaren suchen; die Marke wird von Fachhändlern praktisch immer mit exakter Zuordnung von Platte und Bogenposition angeboten.

 

Stempel/Verwendung der Marke

      Die 2 RBS wurde als Stadtpost-Marke für Kopenhagen herausgegeben; regulär dürfte sie also nur mit den Nummernstempeln „1“ von Kopenhagen und „4“ von Aalborg vorkommen, wo am 26. April 1852 ebenfalls eine Stadtpost-Beförderung mit dem Tarif von 2 Rigsbankskilling eingerichtet wurde. (Im September 1852 wurde die Nachbargemeinde Nørre Sundby mit einbezogen; nur ein Beleg ist bekannt!)
      Die Marke wurde jedoch auch in anderen Orten und sogar im Auslandsverkehr als Zusatzfrankatur verwendet. Die dänische Post hatte mit Beginn der Briefmarken-Ära anfänglich verfügt, dass alle Portostufen mit einer entsprechenden Anzahl von Fire R.B.S. gebildet werden müssten, was teilweise zu Überfrankierungen zu Lasten des Publikums führte. 1854 wurde diese wenig Verbraucher-freundliche Regelung aufgegeben und die zusätzliche Verwendung der 2 RBS erlaubt, um damit exakt „passende“ Frankaturen in Kombination mit der Fire R.B.S. zu bilden.

      Es ist sicher reizvoll, in einer Sammlung diese verschiedenen Verwendungen von Ortspost über Inlandsverkehr bis zur Auslandspost zu dokumentieren; für die meisten Sammler dürfte ein solcher postgeschichtlich interessanter Ansatz allerdings an den sehr hohen Preisen scheitern, die man heute für komplette Briefe mit 2-RBS-Frankaturen zahlen muss.


Fussnoten:

  1. Diese Marke ist in manchen Katalogen die Nummer 1; mehr dazu in der Einleitung zu den Rigsbankskilling-Ausgaben.

Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 28. Mai 2006, letzte Bearbeitung am 28. Januar 2013.


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