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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Grossbritannien

Die zwölf Platten der Penny Black

1 bis 11 ergibt 12 – warum?

      Auf den Druckbögen – die bei der Penny Black identisch mit den Schalterbögen sind, also 240 Marken umfassen – war die Nummer der Platte aufgedruckt. Diese Nummern reichen von 1 bis 11. Wieso rede ich hier also von zwölf Platten?

      Beim Briefmarkendruck war es in der klassischen Zeit absolut üblich, dass Druckplatten, die einen gewissen „Verschleiss“ zeigten, von Zeit zu Zeit überarbeitet wurden: Abgeschliffene Details wurden nachgeschnitten, manchmal sogar einzelne Druckstöcke ersetzt. Beispiele finden Sie auf dieser Site bei den brasilianischen Ochsenaugen (die Abbildung dort zeigt den „Zustand B“ der Platte) oder bei den Bemerkungen zu den Retuschen der dänischen Fire R.B.S.
      Auch an den Druckplatten der Penny Black wurden solche Korrekturen durchgeführt, und obwohl es deutlich unterscheidbare Zustände bei mehreren Platten gibt, sind sie bei einer, der Platte 1, so markant, dass die zwei Zustände dieser Platte als „1a“ und „1b“, also praktisch wie zwei verschiedene Platten, in der Literatur behandelt werden. 1a, 1b und 2–11 ergeben dann zwölf.

 

Die Geschichte der zwölf Platten

      Die Platten 1 bis 8 wurden vom Beginn des Markendrucks Mitte April 1840 bis Ende Juli verwendet; dabei wurden zwischen 20 000 und 40 000 Bögen von einer Platte gedruckt. Seltener sind Marken von Platte 9 (gebraucht ab 9. 11. 1840, 16 000 Bögen) und Platte 10 (gebraucht ab 8. 12. 1840, 8000 Bögen).
      Platte 11 verdient besondere Beachtung; die von dieser Platte gedruckten Penny Blacks sind ausserordentlich selten (700 Bögen, also 168 000 Marken), und sie hat eine interessante Geschichte: Eigentlich sollte sie gar nicht für den Druck der Penny Black verwendet werden.

      Die Geschichte der Penny Black endete mit dem Übergang zur roten One Penny. Der Druck dieser Penny Red wurde am 24. 12. 1840 angeordnet und am 30. 12. begonnen.
      Da aber die schwarze Stempelfarbe noch nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stand, musste der Druck der roten Marken kurz unterbrochen und noch ein „Nachschub“ an Penny Blacks hergestellt werden. Zwischen dem 22. Januar und dem 3. Februar 1841 wurden also noch einmal 10 200 Bögen Penny Black gedruckt. Platte 11, die erst am 29. Januar 1841 in Gebrauch genommen wurde (für den Druck roter Marken), wurde auch für diese Aktion herangezogen, und so entstanden am 1. und 2. Februar 1841 die 700 von dieser Platte gedruckten Bögen der Penny Black.

 

Plattieren der Penny Black

      Die Kennbuchstaben in den unteren Eckfeldern wurden erst nach Herstellung einer Druckplatte auf die einzelnen Druckstöcke aufgebracht. Dies war reine Handarbeit, und so ergeben sich kleine Unterschiede in der Position der Buchstaben in ihren Feldern; sie können beispielsweise ein leichtes Abweichen nach oben oder rechts zeigen. Ausserdem gibt es Plattenfehler (etwa den „Ray-flaw“, das Fehlen eines Strahls des Sterns im oberen linken Eckfeld), die konstant an bestimmten Positionen bestimmter Platten auftauchen. Weitere Zeichen, an denen man sich orientieren kann, sind Reste der Ausrichtungslinien, an denen die Druckstöcke in der Platte orientiert waren, die im Markenbild erkennbar sind, oder typische Retuschen.

      Das Buch von Nissen ist unverzichtbar, wenn Sie eine Penny Black einer Platte zuordnen wollen; die Arbeit, die in dieses Werk investiert wurde, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden: Nissen hat, ausgehend von grösseren Einheiten, die einen Teil des Bogenrands mit der Plattennummer hatten, oder auf der Grundlage der archivierten Vorlagebögen, wie in einem Puzzle die dazu passenden Stücke auf der Basis einer grossen Penny-Black-Sammlung ergänzt; am Ende stand dann die komplette Erfassung der Charakteristika aller 240 Marken der zwölf Bögen.
      Schauen wir uns das an einigen Beispielen an:

R G – Platte 8

Penny Black R–G Platte 8
 
Penny Black, R–G, Platte 8

T H – Platte 2

Penny Black T–H Platte 2
 
Penny Black, T–H, Platte 2

      Nissens Buch ist nach den 240 Kombinationen von Kennbuchstaben geordnet; von A–A bis T–L finden Sie für jede Platte die Informationen, wie die Buchstaben innerhalb ihres Feldes stehen, und Hinweise auf allfällige zusätzliche Merkmale.
      Viel Spass bei der Plattierung Ihrer Penny Blacks!


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 12. Juni 2012, letzte Bearbeitung am 12. Juni 2012.


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