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Logo der Sektion „Grossbritannien ab 1952“ auf der Website „Klassische Philatelie“

 

Klassik erweitert – Grossbritannien ab 1952

Wie beginnt der Klassik-Sammler in einem modernen Gebiet? Ein Erfahrungsbericht

      Zum Jahreswechsel 2010/2011 schrieb ich zum Thema „Jetzt hat es mich gepackt – Der Weg zur Postgeschichte“ den Satz „Man wacht nicht morgens auf und sagt sich ‚Ab heute sammle ich postgeschichtliche Belege‘“. Das ist sicher auch heute noch für die meisten Philatelisten und die meisten Sammelgebiete so – der Weg zu einem neuen Gebiet kommt schrittweise, auf den ersten Kontakt mit einem neuen Gebiet durch eine Marke, einen Beleg oder ein Buch folgt ein allmählich vertieftes Interesse am Thema, damit die Beschaffung weiterer Marken / Belege / Bücher, und irgendwann ist man dann einmal so tief in der Materie, dass man erstaunt feststellt, dass sich daraus ein neues Sammelgebiet entwickelt hat.

      Die Erweiterung dieser Website um die Sektion Grossbritannien ab 1952 allerdings entstand wirklich als ganz bewusste Entscheidung im Frühsommer 2021, genau jetzt mit genau diesem Gebiet anzufangen. Wie ich dabei vorgegangen bin, ist Thema dieser Seite – vielleicht interessiert es Sie ja, und vielleicht kann ich Ihnen damit einige Anregungen geben, wenn Sie sich auch schon einmal überlegt haben „Eigentlich finde ich ja die modernen Ausgaben von [Frankreich, Belgien, Italien, den Niederlanden, Spanien, …] ganz interessant, aber ich finde irgendwie keinen Einstieg“.

 
Die Ausgangslage

      Es war sicherlich ein Vorteil, dass ich über gewisse philatelistische Grundkenntnisse verfüge. Grossbritannien war mir als Gebiet, wenn auch nur aus der Zeit von Queen Victoria, ausserdem nicht ganz fremd – immerhin hatte ich bereits einen, wenn auch fast zehn Jahre alten, Great Britain Concise Stamp Catalogue im Regal.
      Ein letzter Punkt, den man aber beim Einstieg in ein ganz neues Gebiet nicht vergessen darf: Ein gewisses Budget sollte für ein neues Sammelgebiet zur Verfügung stehen.

 
Der Anfang: Literatur

      Leser dieser Site wissen, dass ein philatelistisches Gebiet oder Thema bei mir ohne entsprechende Literatur dazu nicht denkbar ist. Dabei hat man es als (beginnender) Sammler moderner Ausgaben natürlich leichter als jemand, der sich ein neues Gebiet der Postgeschichte des 18. Jahrhunderts erschliessen möchte: Ein kurzer Besuch der Website von Stanley Gibbons genügte, um die Zeit von Queen Elizabeth II katalogmässig abzudecken.
      Die bei allen bisherigen neuen Gebieten obligatorischen Besuche in Online-Antiquariaten (in diesem Fall → Philabooks und → Pennymead) brachten keine weiteren Titel zur Ära von Queen Elisabeth II. in meine Bibliothek.

 
Die ersten Marken

      Die Auktions-Website → Philasearch ist für Projekte wie dieses extrem nützlich: Unter Grossbritannien / Queen Elisabeth II. / Sammlungen habe ich einige interessante Lose gefunden und damit die Basis für meine eigene Queen-Elizabeth-II-(kurz QEII-)Sammlung geschaffen. Der Erwerb ganzer Sammlungen erfordert vorab eine wichtige Überlegung:
      Schon vor dem ersten Kauf müssen Sie sich, um nicht später zuviel „überflüssiges“ Material zu haben, darüber im Klaren sein, wo Sie den Schwerpunkt in Ihrem neuen Gebiet setzen wollen: Postfrische / gebrauchte Marken? Briefe / Belege? Teilgebiete wie Markenheftchen oder, gerade in Grossbritannien, Souvenir Packs u. ä.?
      Ich habe mich bei Grossbritannien (entgegen sonstiger Gewohnheiten) für postfrische Ausgaben mit Schwerpunkt Markenheftchen / Heftchenblätter, Country Definitives und Zusammendrucke entschieden.

 
Aufbewahrung: Vordruckalbum ja oder nein?

      Gekaufte mehr oder weniger komplette Sammlungen (Beschreibungen von mir gekaufter Lose z. B. „1968/82, postfr. Sammlung im Krüger-Falzlosalbum komplett“ oder „1904/2009, umfangreiche postfr. Spezialsammlung von 290 postfr. Heftchenblättern in drei Lindner-Ringbindern“) kommen meistens (1) auf Blättern oder Vordruckblättern, wobei der Vorbesitzer die Sammlung nicht unbedingt in Alben Ihrer Lieblingsmarke aufbewahrt hat. Wie geht man damit um?
      Vordruckalben halte ich für klassische Ausgaben nicht für geeignet, aber für moderne Marken war ich bereit, mich darauf einzulassen. Die Ernüchterung kam bei einem Blick in die Preisliste der Firma Leuchtturm: 139,95 Euro allein für die Blätter (ohne Album!) der Jahre 1952–1970, weitere 149,95 Euro für die Zeit von 1971–1979, und so geht das dann weiter.

Am Abend des 3. Oktober 2021, als ich die erste Version dieser Seite fertiggestellt hatte, kamen die Ergebnisse der → AKK-Auktion vom 1./2. Oktober. Natürlich habe ich mich über diesen Zuschlag gefreut, aber, ganz ehrlich, liebe (moderne) Philatelisten: Ist das nicht eigentlich traurig?

      Wenn man die Preise für solche Sammlungen sieht (üblicherweise im sehr niedrigen dreistelligen Euro-Bereich), sind tatsächlich die Vordruckblätter teurer als die darin aufbewahrten Marken. Ich habe also auf die Umstellung auf „meine“ Albummarke verzichtet; die Marken bleiben in den Alben, in denen ich sie gekauft habe, werden auf Nicht-Vordruckblätter umgesteckt, oder ich probiere aus, ob Leuchtturm-Klemmbinder auch Blätter anderer Fabrikate aufnehmen – das ist zum Zeitpunkt, wo ich dies schreibe, noch nicht entschieden.

 
Wie geht es weiter?

      Natürlich werden Sie mit dem ausschliesslichen Erwerb von Sammlungen auf Vordruckblättern vielleicht irgendwann einmal „in den Hauptnummern komplett“ sein, aber das ist für einen Philatelisten unbefriedigend. Der wirkliche Spass an der Sache beginnt mit den eher aussergewöhnlichen Stücken, und ab jetzt kann das auch etwas mehr Geld kosten. Für das ungezähnte Paar der 20p-Machin-Ausgabe von 1990, das Sie im Logo dieser Seite sehen, habe ich mehr bezahlt als für die beiden oben genannten Sammlungen zusammen. Schrittweise wird aus dem Kompilat eine Sammlung …


Fussnoten:

  1. Meistens, aber nicht immer. Gelegentlich werden Konglomerate in Pergamintütchen mit Briefen in Kartons u. ä. angeboten. Da hatte der Vorbesitzer seine im Abo gelieferten Neuheiten oder einzeln gekaufte (manchmal durchaus höherwertige) Stücke noch nicht einsortiert. So etwas kann (!)  eine Fundgrube gerade z. B. für Varianten von Markenheftchen sein. Ein solches Los habe ich erst einmal gekauft und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich werde das aber sicher nicht zur Gewohnheit machen; Auktionshäuser bieten zu solchen Losen üblicherweise gar keine oder nur wenig aussagekräftige Bilder, und für mich haben solche Angebote zu sehr den Charakter einer Wundertüte.

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Copyright © 2021 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 7. Oktober 2021, letzte Bearbeitung am 7. Oktober 2021.


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