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Klassik erweitert – Grossbritannien ab 1952

Machin Definitives – Einleitung Teil 1: Allgemeines und Pre-decimal issues

      Ob der Bildhauer Arnold Machin ahnte, dass sein in Ton modelliertes Profilbild von Königin Elisabeth II. eine milliardenfache Verbreitung finden würde? Wir wissen es nicht, aber wir wissen heute, dass „die Machins“ (gesprochen englisch May-chins) zur wohl langlebigsten und erfolgreichsten Dauermarkenserie der Postgeschichte wurden.

      Mit einer grossen Zahl von Wertstufen, Farben, Papieren, Zähnungen, unterschiedlichen Phosphoraufdrucken, Drucktechniken und an der Herstellung beteiligten Druckereien bringt es diese Serie auf bis heute über 5000 Varianten (1). Eine komplette Machin-Sammlung zusammenzutragen, dürfte zu einer Lebensaufgabe werden (bei der immer noch der nagende Zweifel übrigbleibt, ob man jetzt auch wirklich die letzte Unterart erfasst hat), und ob das Betrachten einer solchen Sammlung wirklich Freude macht, ist noch einmal ein anderes Thema.
      Trotzdem haben die Machins weltweit unzählige Anhänger. Hat man sich vom Konzept der Vollständigkeit freigemacht und geht eine solche Sammlung gezielt an, stellen sich auch Erfolgserlebnisse ein.

      Beginnen wir mit der Katalogisierung: So, wie man als Schweiz-Sammler den Zumstein und als Italien-Enthusiast den Sassone im Bücherregal hat, empfehle ich für sämtliche britische Ausgaben die Kataloge von Stanley Gibbons. (Als ich eine Sammlung von rund 300 Heftchenblättern mit „Wildings“ [der Vorgängerausgabe] und „Machins“ erworben hatte, die sämtlich nach Michel katalogisiert waren, kam allerdings der Michel Grossbritannien-Spezialkatalog auch noch dazu.)

      Für den Anfang sollten Sie die aktuelle Auflage des Great Britain Concise Stamp Catalogue erwerben. Die Spezialkataloge aus dem Haus Stanley Gibbons werden vielleicht früher oder später auch den Weg in Ihre Bibliothek finden, aber der Concise Catalogue ist erst einmal absolut ausreichend, hat Vorteile bezüglich der Übersichtlichkeit und ist ausserdem der einzige, der jährlich aktualisiert wird.

      Ausser einem Katalog zum Gebiet brauchen Sie als Machin-Einsteiger unbedingt eine kurzwellige UV-Leuchte zum Nachweis der Phosphor-Aufdrucke, die bei diesen Ausgaben in zahlreichen Varianten vorkommen.
      Abgerundet wird die Machin-Grundausstattung mit Harris’ „Simplifying the Machins“, das Sie mindestens einmal durchlesen sollten. Keine Angst – natürlich können Sie sich das nicht Alles merken, aber Sie haben dann alles, was im weiteren Sammlungsaufbau wichtig wird, wenigstens schon einmal gehört.

      Die Geschichte der Machins beginnt mit der Ausgabe der Marke in der Wertstufe 4d am 5. Juni 1967. Beachten Sie die Wertangabe: Das „d“ (abgeleitet vom römischen Denar im karolingischen Münzsystem) zeigt, dass wir uns hier noch in der Ära der Pre-decimal issues, also der Zeit der Währung 1 Pfund = 20 Shilling = 240 Pence, befinden. Die Umstellung auf ein dezimales Währungssystem (1 Pfund = 100 Pence, letztere abgekürzt „p“) machte natürlich auch neue Briefmarken erforderlich. Dies war ein entscheidender Einschnitt; alle Kataloge machen eine Zäsur beim Übergang pre-decimal/decimal.

      So weit sind wir aber noch nicht. Wenn Sie ein abgeschlossenes und damit umfassend dokumentiertes und übersichtliches Sammelgebiet suchen, wäre die erste Idee also die Beschränkung auf die pre-decimal Machins.
      Neben den Markenausgaben sind Ersttagsbriefe eine schöne Ergänzung. Auch bei den pre-decimal Machins gibt es ausserdem zahlreiche Markenheftchen und Zusammendrucke von Rollenmarken.
      Interessant sind aus dieser Ära Briefe mit Mischfrankaturen der Machins mit anderen Ausgaben, insbesondere der Castle Series (den hohen Werten zur „Wildings“-Ausgabe).

      Am Decimal Day, dem 15. Februar 1971, wurden mit der Einführung der neuen Währung die Briefmarken in Pfund/Pence-Währung ausgegeben. Die offiziellen Ersttagsbriefe dieser Ausgabe sind ein interessantes Zeitzeugnis des damals wirtschaftlich maroden und von ständigen Streiks belasteten Vereinigten Königreichs (2):

Ersttagsbrief der ersten niedrigen dezimalen Machin-Werte vom 15. Februar 1971
(SG Nr. X841, X844, X848/9, X851, X855, X858, X861, X866, X870, X877, X882)
Beachten Sie den Aufkleber bezüglich der verzögerten Zustellung wegen des Post-Streiks.

      Weitere interessante Stempeldaten der Decimalisation sind der Ersttagsstempel der ersten hohen Werte der decimal Machins (10p, 20p und 50p vom 17. Juni 1970 – also noch vor der Währungsumstellung) und alle Letzttagsstempel der pre-decimal issues (Dauer- und Sondermarken), deren Gültigkeit am 29. Februar 1972 endete.

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Fussnoten:

  1. „From the philatelic point of view, the ‚Machins‘ are far more complex than the simple design might at first suggest, with well over five thousand varieties of colour, value, gum, phosphor banding, iridescent overprints, perforations, printing methods (Photogravure, Intaglio (Engraved), Typography, Electro-Mechanical Engraving (EME Gravure), Embossing) etc., known.“ heisst es im Artikel → Machin series in der englischen Wikipedia. (Hervorhebung von mir.)
  2. Siehe dazu: → „Wir werden euch alle überraschen“; Der Spiegel, 27. 06. 1971.

Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 7. Oktober 2021, letzte Bearbeitung am 14. Oktober 2021.


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