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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Griechenland – Hermesköpfe

Kontrollzeichen

      Die Kontrollzeichen sind Bogendrucke; mit den auf die Markenrückseite gedruckten Kontrollziffern bei den grossen Hermesköpfen haben sie nichts zu tun.
      Eines der ersten Stücke der kleinen Hermesköpfe, das ich gekauft habe, trägt ein solches Kontrollzeichen, und mit dem Erwerb dieses Viererstreifens vom oberen Bogenrand wollte ich mehr über diesen eigenartigen eiförmigen Aufdruck erfahren:

Kontrollzeichen Kontrollzeichen
Kontrollzeichen am Bogenrand (Athener Druck, 2. Periode, Hellas Nr. 87, Hermes Nr. 94A)
Die Inschrift in Grossbuchstaben „ΕΛΕΓΧΟΣ“ (ελεγχος; Transkription elenchos) bedeutet Kontrolle.

      Kataloge, auch Spezialkataloge (Hellas, Hermes), lassen den Sammler hier im Stich; Informationen über die Kontrollzeichen finden Sie aber sehr ausführlich im Kohl-Handbuch, das hier gezeigte wird auch bei Glasewald besprochen. Eingeführt wurden sie mit den Athener Drucken der grossen Hermesköpfe, bei denen sie auf der Rückseite, also der gummierten Seite, der Bögen angebracht wurden. Dieser erste Typ des Kontrollzeichens trug nur die Inschrift (mit Punkt) in einem ovalen Rahmen.

Kontrollzeichen Kontrollzeichen
Kontrollzeichen Typ 1 (links) und Typ 2 (rechts)
(Schemazeichnungen Copyright © C. Ozdoba)

      Während der Ausgabe auf gemaschtem Papier wurde ein neuer Kontrollstempel eingeführt (in der Zeichnung oben als Typ 2 bezeichnet): Der Punkt entfiel, oberhalb und unterhalb der Schrift wurden zwei Zierornamente angebracht.

Kontrollzeichen
Kontrollzeichen Typ 2 auf der Bogen-Rückseite eines 15er-Blocks der Hellas Nr. 53c vom linken unteren Bogenrand

      Dieser Stempel wurde später auch bei den Athener Drucken der kleinen Hermesköpfe verwendet, dort aber auf der Bogenvorderseite angebracht, üblicherweise oben rechts, wie es die Abbildung oben auf der Seite und hier zeigt:

Kontrollzeichen
Kontrollzeichen auf der Bogenvorderseite (kleiner Hermeskopf; Hellas Nr. 95)

      Bei den belgischen Drucken der kleinen Hermesköpfe gab es noch einen anderen Kontrollstempel, eine Art Seriennummer am Bogen. Ich werde ihn hier nachtragen, wenn ich ein entsprechendes Stück für meine Sammlung finde.

 


 

Hellas 48a Hellas 48a
Hellas Nr. 48a
Rückseitig Stempel ΤΑΜΕΙΟΝ ΚΕΦΑΛΛΗΝΙΑΣ

      Einen ganz anderen Typ von Kontrollzeichen zeigt das Bild oben; der Viererblock gehört zur Ausgabe 1875 – 1880 „Druck auf cremefarbenem Papier mit Kontrollziffer“. (Natürlich hat diese 2-Lepta-Marke, wie alle Marken dieser Wertstufe, keine Kontrollziffer.)

      Zu diesem sehr speziellen Stempel gibt es im Kohl-Handbuch detaillierte Informationen; er hat eine interessante Geschichte: Im → türkisch-griechischen Krieg 1896/1897 hatten die Türken in Thessalien mehrere griechische Schatzämter besetzt, wobei ihnen erhebliche Markenbestände in die Hände fielen. Um zu verhindern, dass diese auf irgendeinem Weg (Schmuggel und Verkauf unter Nominalwert zu Schwarzmarktpreisen) die griechische Post schädigten, erging eine Verfügung, nach der alle griechischen Postämter ihre Markenbestände auf der Vorderseite mit einem Stempel überdrucken mussten, der in der Mitte das griechische Wappen und in der Umschrift ΤΑΜΕΙΟΝ plus den Ortsnamen zeigte. Bei der postalischen Verwendung wurde dann zusätzlich der normale Orts-/Datumsstempel verwendet.
      Man merkte sehr schnell, dass dieser neue Stempel erhebliche betriebliche Probleme verursachte, weil die Marken schon „gestempelt“ aussahen. Nach kurzer Zeit (ca. 10 Tage) wurde daher verfügt, die Marken rückseitig mit dem neuen Stempel zu versehen. (In Athen war die Stempelung auf der Rückseite von Anfang an vorgeschrieben.) Auf grossen Hermesköpfen sind diese Stempel nicht sehr häufig, weil wir ja 1896 schon tief in der Zeit der kleinen Hermesköpfe waren; nur an einzelnen Poststellen gab es noch kleine Bestände der alten Ausgaben mit dem grossen Hermeskopf.


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 31. Dezember 2010, letzte Bearbeitung am 31. Dezember 2010.


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