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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Griechenland – Hermesköpfe

Die sechs Stempeltypen auf Hermesköpfen

      Sechs verschiedene Stempeltypen finden wir auf den grossen und kleinen Hermesköpfen; sie sind in allen Katalogen in der Sektion „Postal History“ aufgeführt. Wie in anderen klassischen Gebieten kann man auch bei den Hermesköpfen die Stempel zu einem sehr interessanten eigenständigen Gebiet ausbauen. (Die „Spezialitäten“ des Typ V, die Verwendungen nach 1905 und in den so genannten New Territories, werden hier nicht behandelt, können aber natürlich eine spezielle Stempelsammlung bereichern.)

 

Typ I

Stempel Typ I
 
Punktrautenstempel Nr. 72 (ΚΟΡΘΙΟΝ) auf 2 Lepta Pariser Druck von 1861.

      Typ I ist ein so genannter Punktrautenstempel. Die Hermesköpfe sind, wie an anderer Stelle ausgeführt, eng mit der französischen Ceres-Ausgabe verwandt, und auch bei den Stempeln orientierte man sich an Frankreich. Dort hatte man mit Einführung der Briefmarke neben einem Datumsstempel zunächst (1849–1852) einen Rautengitterstempel und dann von 1852 bis 1863 einen Punktrautenstempel mit eingesetzter, vier Millimeter hoher Nummer des Postamts verwendet. (Er wurde 1863 durch einen bis 1876 gültigen Stempel in ähnlichem Stil, aber mit deutlich grösserer zentraler Zahl abgelöst.) In diese Zeit fällt nun auch die Einführung der Hermesköpfe, und die Griechen übernahmen das französische System: Der von Leppe in Paris gravierte Punktrautenstempel wurde direkt auf der Marke abgeschlagen, auf dem Brief wurde zusätzlich ein kombinierter Orts-/Datumsstempel aufgebracht (Typ II, s. u.).

      Während die französischen Stempel bei der Einführung die Nummern 1 bis 3739 abdeckten, begann Griechenland mit einer wesentlich bescheideneren Zahl von Postämtern: 134 Stempel umfasste die erste Bestellung in Paris – eine schöne Aufgabe für Stempelsammler, sie zusammenzutragen. Ab dann wird es jedoch schwierig, denn neue Stempel wurden nur noch an kleinere Orte mit entsprechend geringem Postaufkommen vergeben. Ausserdem wurde die Verwendung dieses Punktrautenstempels durch Dekrete in den Jahren 1862 und 1872 zunehmend eingeschränkt, und mit Dekret vom 30. 12. 1880 wurden sie am 16. 1. 1881 definitiv zurückgezogen, was auch die Verwendungszeit der letzten Nummern einschränkt. Daraus folgt, dass die Stempel mit den Nummern 136 bis 152 heute sehr selten sind.

 


 

Typ II

Stempel Typ II
 
Orts-/Datumsstempel Typ II (136 ΠΛΑΤΑΝΑ), 31. 8. 99, auf kleinem Hermeskopf.
Stempel Typ II
 
Orts-/Datumsstempel Typ II (ΑΣΣΟS), 8. 3. 87, auf grossem Hermeskopf.

      Diesen Zweikreisstempel mit Ort und Datum gab es schon in der Vormarkenzeit; die früheste bekannte Verwendung ist der 10. 4. 1857 in Athen. Der Stempel trägt ausser dem Ortsnamen oben und dem Datum in der Mitte in Klammern unten die Nummer des Postortes (die bei Verwendung zusammen mit Typ I der auf diesem gezeigten Nummer entspricht). Diese typische Form des Typ II sehen Sie auf der Einzelmarke oben.

      Das oben abgebildete Paar zeigt zwei Besonderheiten: Statt der Nummer des Postortes finden Sie eine ergänzende Ortsbezeichnung. Die wohl bekanntesten Beispiele dafür sind die Auslandspostämter in der Türkei mit der Inschrift ΤΟΥΡΚΙΑ; hier lautet die (etwas verwischte) Inschrift in Klammern ΚΕΦΑΛ (der Postort ist Assos auf der Insel Kefalonia). Beachten Sie die Schreibweise von „Assos“ mit einem schliessenden lateinischen S!
      Die zweite Besonderheit ist der kopfstehende Monatsname; diesen Fehler findet man häufiger auf den Kreisstempeln.

 


 

Typ III

Stempel Typ III
 
Orts-/Datumsstempel Typ III (63 ΑΙΓΙΝΑ), 24. 9. 90, auf kleinem Hermeskopf Hellas Nr. 84A.

      Anfang 1886 wurde der Stempeltyp III eingeführt, der bis zur Einführung von Typ V in Gebrauch blieb. Er unterscheidet sich von seinem Vorgänger nur in einem Detail: Die Nummer des Postortes steht nicht mehr in Klammern.


Literatur:

 



Wird fortgesetzt …


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Erste Veröffentlichung am 18. September 2011, letzte Bearbeitung am 18. September 2011.


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