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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Einleitung

Drucktechniken klassischer Ausgaben – Flachdruck

      Allen Flachdruckverfahren ist gemeinsam, dass hier keine Bildteile erhaben oder vertieft ausgeführt sind, sondern dass die zu druckenden und die nicht zu druckenden Bildteile in einer Ebene liegen.

      Die Bildteile, die gedruckt werden sollen, werden so präpariert, dass sie die Farbe annehmen, während die übrigen Teile des Drucksteins die Farbe abstossen:

Flachdruck

      Das älteste Flachdruckverfahren ist der 1796 von Alois Senefelder erfundene Steindruck, besser unter dem aus dem Griechischen abgeleiteten Begriff „Lithographie“ (lithos Stein, gráphein schreiben) bekannt. Das Motiv wird manuell oder später photographisch (Photolithographie) auf den Stein übertragen. Kennzeichen der Lithographie sind unscharfe Konturen und flaue Farben; ein Beispiel für den Steindruck sehen Sie bei der hier abgebildeten Bergedorf MiNr. 5:

Beispiel für Steindruck: Bergedorf Michel Nr. 5

      Ein anderes Flachdruck-Verfahren, der Lichtdruck, spielte für die Briefmarkenherstellung keine grosse Rolle, ist aber den Philatelisten durch die „Schröder’schen Lichtdruckfälschungen“ der roten 3 Pfennig Sachsen (MiNr. 1) ein Begriff. Dabei wird eine Glasplatte mit Chromgelatine (Gelatine mit Kaliumbichromat und Chrom-Alaun) übergossen und nach dem Trocknen belichtet. Belichtete Chromgelatine nimmt nach dem Anfeuchten der Platte fetthaltige Farben an, unbelichtete Partien stossen die Farbe ab.

      Der heute sehr verbreitete Offsetdruck ist in der klassischen Philatelie noch nicht anzutreffen; in Deutschland verwendete die Reichsdruckerei diese Technik erstmals bei den Freimarken mit hohen Werten aus dem Jahr 1920 (MiNr. 113–115).
      Der Offsetdruck ist ein indirektes Druckverfahren, bei dem das Motiv zunächst von Metallplatten auf Gummituch-Zylinder und dann von diesen auf das Papier übertragen wird.
      Er erlaubt eine sehr feine Darstellung auch kleinster Details; Ränder sind scharf, nicht ausgefranst oder verschwommen, Halbtöne werden durch unterschiedlich grosse Rasterpunkte dargestellt, Farbflächen zeigen eine gleichmässige Intensität.
      Ein Beispiel für die exzellente Qualität des Offsetdrucks finden Sie auf der Seite über die Lübecker Neudrucke; der Neudruck von 1961 wurde mit den Ursteinen im modernen Offsetdruck ausgeführt.


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Erste Veröffentlichung am 12. Juni 2005, letzte Bearbeitung am 12. Juni 2005.


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