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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Einleitung

Soll man klassische Marken auf Internet-Auktionen kaufen?
Audiatur et altera pars
(„Auch die andere Seite soll gehört werden“; Grundsatz des Römischen Rechts)

      Auf der Seite „Soll man klassische Marken auf Internet-Auktionen kaufen?“ habe ich dargelegt, warum das bei eBay mögliche Format der Privatauktion, also einer Auktion, bei der Bieter nicht angezeigt werden, von vielen Sammlern als unseriös betrachtet wird, und ich habe dringend davon abgeraten, bei solchen Auktionen zu bieten.

      Nun habe ich kürzlich selbst gegen diesen Grundsatz verstossen, und aus der problemlos, seriös und zur beiderseitigen Zufriedenheit abgelaufenen Auktion ergab sich eine Diskussion mit dem Verkäufer, in deren Verlauf ich gelernt habe, dass ein Verkäufer durchaus Gründe haben kann, diese Auktionsform zu wählen.

      Im Sinne des in der Überschrift formulierten Rechtsgrundsatzes, dass man auch die andere Seite anhören soll, möchte ich Ihnen die Argumente des Verkäufers hier nicht vorenthalten.

      Die fragliche Auktion war ein Angebot aus dem Bereich „Deutsche Privatpost“; die Seltenheit des angebotenen Artikels und die insgesamt in diesem Gebiet geringe Fälschungsgefahr liessen mich meinen eigenen Grundsatz einmal kurz vergessen. Die Auktion lief perfekt, ich lernte in dem Verkäufer, einem PowerSeller aus dem süddeutschen Raum, einen ausgesprochen netten Menschen und absolut seriösen eBayer kennen, und ich fragte ihn, warum er die nicht gerade beliebten Privatauktionen wähle. Hier ein Auszug aus seiner Antwort:

      „Zu dem Fakt, daß ich per Privatauktion anbiete, habe ich immer mal wieder kritische Zuschriften bekommen. Es gibt jedoch auch gute Gründe, warum ich dies als Händler vorziehe, denn die Konkurrenz schläft ja auch nicht.
      Man hat ja immer wieder Kunden, die sich in bestimmten Bereichen spezialisiert haben und für bestimmte Gebiete gute Preise zahlen. Was meinen Sie, wenn der Kunde unverdeckt aufgelistet ist, wie schnell Konkurrenten abseits von Ebay gleichartige Ware dem Käufer, der bisher auf meinen Auktionsseiten gekauft hat, anbieten würden?
      Oder ein Beispiel: In bestimmten spezialisierten Gebieten kaufen auch Mitglieder derselben Arbeitsgemeinschaften. Wenn diese von vornherein sehen würden, daß schon ihr Kollege von der ARGE ein Gebot abgegeben hat, wäre dies meinem Anliegen als Händler auch nicht förderlich. Daß natürlich auf Internetauktionen viel Schindluder und Schmuh getrieben wird, ist mir auch klar.
      Mir ist es deswegen immer wichtig, daß meine Kunden mit Service und Ware zufrieden sind, denn ein guter Ruf zahlt sich langfristig auch aus.“

      Ich muss zugeben, dass diese Argumente aus der Sicht eines Händlers durchaus verständlich sind, denn ich muss fairerweise auch zugeben, dass ich auch schon eine E-Mail von einem Freund bekommen habe mit dem Tenor „Ich habe gesehen, dass Du auf dieses bestimmte Stück bietest – viel Erfolg, ich halte mich raus!“.

      Was lehrt uns das? Vielleicht kann man doch bei der einen oder anderen Privatauktion bieten, wenn der Verkäufer ansonsten eine wirklich „blütenweisse Weste“ auf eBay hat, also zum Beispiel nicht sein Bewertungsprofil auf „privat“ setzt – so viel Vertrauensvorschuss wäre ich dann doch nicht bereit, zu investieren …


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Erste Veröffentlichung am 31. Juli 2005, letzte Bearbeitung am 31. Juli 2005.


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