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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Gedanken zum Jahreswechsel 2007/2008

Philatelie auf dem Web Teil II

      Die Gedanken zum Jahreswechsel aus dem letzten Jahr zur Gestaltung von (philatelistischen) Websites, die inzwischen sogar in der Fachpresse gedruckt wurden, erforderten noch einige Ergänzungen. Das ursprünglich vorgesehene (hier angekündigte) Thema wird verschoben; Ende 2008 berichte ich dann über die Erfahrungen, die man macht, wenn man zum ersten Mal öffentlich ausstellt.

 

Warum man sich nicht von seinen Links distanzieren sollte

      Das Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 12. 05. 1998 entschieden, dass man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann – so das LG – nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb distanzieren wir uns hiermit ausdrücklich von allen Inhalten der gelinkten Seiten. Diese Erklärung gilt für alle sich auf unseren Seiten befindlichen Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen diese Links führen.

      Kommt Ihnen dieser Text bekannt vor? So oder in einer ähnlichen Formulierung finden Sie eine solche Haftungsausschlussklausel (neudeutsch Disclaimer) auf Tausenden von .de-Websites.

      Abgesehen von den juristischen Implikationen (und da besagte das fragliche Urteil eben gerade, dass man sich mit dem sich-distanzieren nicht automatisch aus der Verantwortung stehlen kann (1)) ist ein derartiger Text auf einer Website inhaltlich absolut unsinnig:
      Ich setze Links, weil ich meine Leser auf eine andere Site schicken will, und gleichzeitig distanziere ich mich von den Inhalten dieser Site? Was soll das? Geradezu absurd wird das dann, wenn sich z. B. die deutsche Sammlergilde St. Gabriel e.V. auf ihrer → „Links“-Seite „ausdrücklich von den Inhalten aller verlinkten Seiten“ distanziert – das sind u. a. die Websites der St.-Gabriel-Gilden in anderen europäischen Ländern!

      Ich freue mich natürlich darüber, wenn jemand diese Website verlinkt, aber wenn Sie Ihre Links mit einer solchen Formulierung begleiten, bitte ich ausdrücklich darum, keinen Link auf meine Site zu setzen.
      Ich würde es nämlich als Beleidigung empfinden (Jendryschik spricht sogar von Diffamierung), wenn Sie öffentlich erklären – und nichts anderes tun Sie mit einem solchen Disclaimer – „Ich distanziere mich hiermit von allem, was der Betreiber von klassische-philatelie.ch auf dem Web veröffentlicht“.

      Natürlich möchte ich meine Leser nicht auf eine Site schicken, die vielleicht neben einer exzellenten Ausarbeitung zu den Ochsenaugen in einem anderen Unterverzeichnis Kinderpornographie oder Aufrufe zu politischem Terror enthält. Solange mir aber keine Rechtsverstösse auf einer verlinkten Site bekannt sind, habe ich keinen Grund, mich von irgend etwas zu „distanzieren“.

      Es gibt genügend Beispiele für vernünftige Disclaimer im Web; hier der Text von der Website des Auktionshauses Pumpenmeier (2014 vom Auktionshaus Christoph Gärtner GmbH & Co KG übernommen):

      Unser Angebot enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei bekannt werden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.

      Das ist sinnvoll und diskriminiert nicht die Betreiber der verlinkten Websites. Vielleicht eine Anregung für Ihre eigene Site?

 

Betreiben Sie eine Homepage oder eine Website?

      Leser dieser Site wissen, dass ich um präzise Verwendung von Fachausdrücken und korrekte Terminologie bemüht bin – das gilt nicht nur für philatelistische Begriffe.

      Es wird Sie daher nicht wundern, wie meine Standardantwort lautet, wenn mir ein Bekannter erzählt, er habe jetzt eine eigene Homepage eingerichtet: „Hoffentlich nicht nur die?“

      Was stört den Sprachpuristen an der „Homepage“?
      „Homepage bezeichnet die Seite eines Web-Auftrittes, die als zentraler Dreh- und Angelpunkt angelegt ist und in der Regel Navigationsmöglichkeiten (Verweise) für die Website bereitstellt. […] Homepage ist also kein Synonym zu Website. (Wikipedia-Definition von Website, Stand 24. 11. 2007; Hervorhebung von mir).
      Wenn Sie ein Buch geschrieben haben, würden Sie doch auch nicht stolz verkünden „Ich habe jetzt mein eigenes Inhaltsverzeichnis veröffentlicht“, oder?

      Sie können dieses Problem sehr leicht umgehen, wenn Sie auf den – leider einmal mehr sehr verbreiteten – englischen Begriff (der eben einmal mehr ohnehin nicht richtig verstanden wird) verzichten; es spricht nichts dagegen, das eindeutige deutsche Wort Startseite zu verwenden.

      Damit wünsche ich Ihnen nun viel Spass beim Einrichten Ihrer Website, die hoffentlich neben der Homepage auch viele gut gemachte Webseiten enthält …

 

„Nur“ XHTML – aber das für alle Besucher!

      In einem Forum einer anderen Site haben sich einige Leute darüber amüsiert, dass klassische-philatelie.ch „nur“ HTML verwendet. Das sei doch nicht mehr zeitgemäss und ignoriere die modernen Möglichkeiten der Webseiten-Programmierung.

      Wenn diese Leute das so sehen, ist das in Ordnung; es ist ihr gutes Recht, eine andere Meinung als ich zu haben.
      Was mich aber meinerseits an diesem Beitrag sehr amüsiert hat: Besagtes Forum läuft auf einer Website, deren Betreiber in einem anderen Forum explizit erklärt hat, nur für den Microsoft Internet Explorer® zu schreiben; mit dem in MacOS integrierten Browser Safari® könne man seine Site dann eben nicht besuchen.

      Mein Versprechen an meine Leser: Auf dieser Site werden Sie weiterhin statt aufwändiger, aber letztlich dann doch nur halbherzig umgesetzter Programmier-Mätzchen verspielter Website-Designer, mit denen ein Teil der Leser bewusst ausgesperrt wird, nur absolut Standard-konformes, korrektes und syntaktisch sauberes XHTML finden. Die Site klassische-philatelie.ch wird damit weiterhin für jeden Besucher mit jedem beliebigen Web-Browser und jedem beliebigen Betriebssystem zugänglich sein.

      Den so genannten „Profis“ kann ich, wie im letzten Jahr, nur dringend empfehlen, sich einmal auf Dr. Jakob Nielsens → Website zum Thema Usability kundig zu machen und das Gelesene auch umzusetzen …


Fussnoten:

  1. Aus dem Urteil: „Eine solche ausreichende Distanzierung hat der Beklagte jedenfalls nicht dadurch vorgenommen, daß er auf die eigene Verantwortung des jeweiligen Autors verweist. Dies ist keine Distanzierung, sondern vielmehr eine nicht verantwortete Weitergabe und damit eine eigene Verbreitung.“
    Den Text des Urteils (Landgericht Hamburg, Az. 312 O 85/98) finden Sie z. B. bei → Daniel Rehbein.

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Erste Veröffentlichung am 31. Dezember 2007, letzte Bearbeitung am 19. April 2015.


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