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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Gedanken zum Jahreswechsel 2013/2014

Das philatelistische Bücher-Trio 2013

      Und wieder gab es die Qual der Wahl: Welche Neuzugänge in meiner Bibliothek im letzten Jahr waren die wichtigsten, die schönsten, die am längsten gesuchten Bücher? Wieder waren etliche Titel in meiner persönlichen Auswahl; die beiden ersten waren schnell gefunden, der dritte Platz (rein numerisch, nicht als Rangfolge zu verstehen!) war hart umkämpft, aber ich habe mich dann doch gegen The Reform of the Post Office in the Victorian Era and Its Impact on Economic and Social Activity von Fryer/Akerman und für eine eher unkonventionelle Besetzung entschieden – auch philatelistische Literatur ist im Wandel, und diese Entwicklung dokumentiert der dritte Titel. Hier nun die drei Werke aus dem abgelaufenen Jahr:

 

Koprowski: Timbes-Poste Ruraux

Samuel Koprowski:
Les timbres-poste ruraux de Russie; nomenclature générale de tous les timbres connus jusqu’à ce jour avec leurs prix de vente
J.B. Moens, Bruxelles 1875
 
      Dieses Buch ist aus zwei Gründen bemerkenswert: Es ist die meines Wissens älteste Bearbeitung des Themas, und es ist das erste mir bekannte Buch aus dem Hause Moens, bei dem Jean-Baptiste Moens nicht selbst als Autor zeichnet. (Was letzteren Punkt angeht, kann ich mich irren – weiss jemand, ob mein Eindruck stimmt oder ob ich mich hier irre?)
      Der Preis war für mich knapp an der Schmerzgrenze, ab der ich auf den Erwerb verzichtet hätte, aber der berühmte Satz von Charles S. Rolls, Mitbegründer einer bekannten Automarke, „The quality remains long after the price is forgotten“, lässt sich auf bibliophile Philatelisten übertragen: Die Freude an dem Buch bleibt, wenn der Preis längst vergessen ist.

 

Sweden Number One
Sweden Number One Tomas Bjäringer und Gustaf Douglas:
Sweden Number One. The 3 Skilling Banco
James Bendon, Limassol 2005
 
      Ein monumentales Werk (das man nicht auf einen Scanner legt), das einer einzelnen Marke gewidmet ist: der schwedischen Nr. 1, der Tre Skilling Banco. Der edle grossformatige Halbleder-Band beschreibt in exzellenter Papier- und Druckqualität alles, was man über diese Marke wissen muss oder überhaupt wissen kann: Druckdetails, grössere Einheiten, Abstempelungen, Auslands-Briefe nach Destinationen (Abb. unten), Fälschungen, berühmte Sammler und philatelistische Literatur.
      Als bibliophiler Sammler weiss ich insbesondere zu schätzen, dass ich mit dieser Nr. 117 von insgesamt nur 125 das persönliche Exemplar von James van der Linden erworben habe; links sehen Sie den entsprechenden Beleg – der Herausgeber hat allen Käufern dieses nur per Subskription zu erwerbenden Bandes eine solche persönliche Bestätigung beigelegt. Ein phantastisches Werk!
Sweden Number One

 

      Der dritte Titel hat eigentlich in einem Bücher-Trio auf den ersten Blick nichts zu suchen. Er steht aber für eine neue Art, philatelistische Literatur zu verbreiten, und hat deswegen (und natürlich wegen der inhaltlichen Qualität) seinen Platz in dieser Zusammenstellung verdient.

 

Maassen: Phila Historica

Wolfgang Maassen (Hrsgb.):
Phila Historica. Zeitschrift für Philateliegeschichte und Philatelistische Literatur
Phil*Creativ Verlag, → online zu beziehen
 
      Diese Publikation schliesst eine Lücke: Eine Zeitschrift für Freunde der Philateliegeschichte und der philatelistischen Literatur gab es bisher auf dem deutschsprachigen Literaturmarkt nicht, und einen kompetenteren Herausgeber als Wolfgang Maassen für diese zwei Themen kann man sich nicht vorstellen. In der Info 1, die im Februar 2013 erschien, erklärte Herr Maassen das Konzept seiner neuen digitalen Zeitschrift. Ich zitiere nur den ersten Punkt seiner umfassenden Erläuterung:
      „Die Entwicklung der letzten Jahre hat mir gezeigt, dass es in Deutschland, aber auch anderswo, keine der üblichen Fachzeitschriften verkraften kann, historischen Aspekten der Philatelie und der Literatur die Aufmerksamkeit zu widmen, die diesen aus Sicht eines Literatursammlers, den Verantwortlichen für Bibliotheken und/oder eines Philateliegeschichtlichers zukommt. Das ist keine Kritik, sondern eine nachvollziehbare Feststellung, denn diese Fachzeitschriften haben ein Publikum mit viel breiter gelagerten Interessen und Interessensgebieten zu bedienen.“

      Diese Aufmerksamkeit ist der Philateliegeschichte und der Literatur mit dieser neuen Publikation sicher: Knapp 1000 Seiten umfassen die vier im Jahr 2013 erschienenen Ausgaben insgesamt, und in der Fülle der bearbeiteten Themen wird jeder philateliehistorisch Interessierte, ebenso wie der bibliophile Philatelist, in jeder Ausgabe für ihn interessante Artikel entdecken. Unbedingt empfehlenswert!


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Erste Veröffentlichung am 26. Dezember 2013, letzte Bearbeitung am 26. Dezember 2013.


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