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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Literatur-Sammelgebiete

Nachdrucke und Luxusausgaben

      Hier geht es um zwei spezielle, eher gegensätzliche Typen philatelistischer Bücher: Nachdrucke, die „kleinen Brüder“ grosser philatelistischer Werke, und Luxusausgaben, die speziellen, limitierten „Edelversionen“ philatelistischer Literatur.


Nachdrucke klassischer philatelistischer Bücher – vollwertiger Ersatz oder nur billige Kopie?

      Etliche ältere Werke der philatelistischen Literatur sind als Neudrucke erschienen. (Wie bei Briefmarken gibt es auch bei Büchern Unterschiede zwischen Neudrucken und Nachdrucken, die jedoch vor allem bei alten Büchern eine Rolle spielen, wo der Begriff Nachdruck ein Element des Illegalen [„Raubdruck“] beinhaltet; seit ca. 100 Jahren werden die Begriffe synonym gebraucht.)
      Gibt es gute Gründe dafür, einen Nachdruck zu erwerben? Ist er nicht doch nur eine Art Kopie, gerade einmal etwas besser, als wenn man den per Fernleihe erhaltenen Originalband zum Kopierladen trägt und die Kopien dann binden lässt?

Warum kauft man einen Nachdruck?

      Es kann für einen Philatelisten durchaus Gründe geben, sich den Nachdruck eines Standardwerkes statt einer Originalausgabe zu beschaffen:

Erreichen Nachdrucke die Qualität des Originals?

      Diese Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Es gibt relativ einfach gemachte Nachdrucke, die wirklich nur den Zweck erfüllen, dem Leser den Text des Originals zu vermitteln. Abbildungen oder die bei manchen älteren Büchern separat beiliegenden Fototafeln werden meist nur unvollkommen reproduziert und sind z. B. als Referenz zum Plattieren dann nicht geeignet.

Nachdruck von Mirabaud/Reuterskiöld

      Dann gibt es handwerklich sehr gute Nachdrucke wie z. B. die von Peter Feuser in Stuttgart, und es gibt Nachdrucke, die selbst schon wieder so schön gemacht sind, dass auch der bibliophile Philatelist Freude daran hat.
      In diese Kategorie gehört z. B. der bei Slatkine in Genf 1993 erschienene Nachdruck des Buches von Mirabaud/Reuterskiöld (Abb. links).

Das Original online lesen – eine echte Alternative?

      Sehr selten – obwohl zu erwarten ist, dass wir das in Zukunft häufiger sehen werden – finden Sie ein altes Buch komplett digitalisiert online. Für mich als engagierten Büchersammler ist das keine wirkliche Alternative; selbst ein schlechter Neudruck ist besser zu lesen als diese Versionen. Falls Sie einmal ausprobieren möchten, ob das für Sie eine sinnvolle Art ist, ein klassisches Werk zu studieren, folgen Sie diesen Links auf der Website der Bibliothèque Nationale de France:


Luxusausgaben philatelistischer Literatur – Bücher im Sonntagskleid

      Von manchen Büchern werden so genannte Luxusausgaben aufgelegt. Von der normalen Ausgabe unterscheiden sie sich meist durch eine höherwertige Ausführung bei Einband und Papier.
      Solche Ausgaben sind üblicherweise limitiert und einzeln nummeriert, manchmal vom Autor signiert, und gelegentlich enthalten sie auch Material, das in der normalen Version nicht enthalten ist, z. B. Neudrucke von Marken.

      Hier zeige ich Ihnen zwei Beispiele aus meiner Bibliothek, jeweils die Normalausgabe und die Luxusausgabe im Vergleich:

Christensen/Ringström: The private local posts of Denmark. Normalausgabe Christensen/Ringström: The private local posts of Denmark. Luxusausgabe
Sten Christensen, Sigurd Ringström: The private local posts of Denmark. Trelleborg Philatelic Society, Trelleborg 1974
Normalausgabe (links) und Luxusausgabe (rechts)

      Das Buch wird auf einer anderen Seite vorgestellt; dort ist es mit dem Schutzumschlag abgebildet, der bei beiden Ausgaben gleich ist. Neben den in der Luxusausgabe (Auflage 50 Exemplare) zusätzlich enthaltenen Reproduktionen liegt der wichtigste Unterschied in der buchbinderischen Gestaltung: Leinen bei der Normalausgabe, Halbleder bei der Luxusausgabe.
 

Christensen/Ringström: The private local posts of Denmark. Normalausgabe Christensen/Ringström: The private local posts of Denmark. Luxusausgabe
Urs Hermann: Grosses Handbuch der eidgenössischen Ausgabe Sitzende Helvetia Ungezähnt 1854–1863. Band VI Schriftenreihe Schweizerische Postgeschichte; Interessengemeinschaft Strubel-Literatur, Wettingen 2006
Normalausgabe (links) und Luxusausgabe (rechts)

      Bei diesem Band wurden von der Luxusausgabe nicht einfach 50 oder 100 Exemplare hergestellt, sondern offenbar nur genau so viele, wie per Subskription vorbestellt wurden; anders kann ich mir die „krumme“ Auflagezahl nicht erklären: Mein Exemplar trägt die Inschrift 43/94. Die Luxusausgabe ist das Buch zum ruhigen Blättern und Lesen, der ledergebundene Band ist ein haptischer und optischer Genuss. Die Normalausgabe dient als „Arbeitskopie“ zum täglichen Gebrauch, die neben dem Album (oder beim Schreiben von Webseiten neben dem Rechner) liegt.


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 15. August 2007, letzte Bearbeitung am 2. Januar 2011.


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