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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Philatelistische Miscellen

Die Crawford-Medaille (Crawford Medal)

      Bei einigen auf dieser Website genannten Büchern finden Sie den Hinweis, dass dem Autor für das Werk die Crawford Medal verliehen wurde. Wer war Herr Crawford, und warum benannte man eine Auszeichnung für philatelistische Literatur nach ihm?

Crawford Medal, Avers Crawford Medal, Revers
Die Crawford-Medaille (Abb. aus Bungerz)

      Die Medaille, die von der Royal Philatelic Society London (→ RPSL) verliehen wird, wurde nach James Ludovic Lindsay, 26th Earl of Crawford (28. 7. 1847 – 31. 1. 1913) benannt (1). Sie wurde erstmals 1920 (2) dem Londoner Händler Hugo Griebert für sein 1919 erschienenes Buch The Stamps of Spain 1850–54 verliehen.

      Der Earl war ein begeisterter Büchersammler, unter Bibliophilen hat der Name Lindsay wegen der Bibliotheca Lindesiana einen guten Klang. Erst im Alter von über 50 Jahren begann er mit dem Sammeln von Briefmarken und stellte beachtliche Kollektionen zusammen.

      Seine Liebe zur Literatur übertrug der Earl of Crawford auch auf sein neues Hobby; der Philatelie-Teil dieser Bibliothek ist berühmt. Der von Sir Edward Denny Bacon erstellte Catalogue of the Philatelic Library of the Earl of Crawford, der 1911 in einer Auflage von 200 Exemplaren erschien, ist heute selbst eine gesuchte philatelistische Bücher-Rarität. Der Band wird kaum einmal angeboten und ist sehr teuer (wenn Sie das Buch für £ 500,– finden, ist es ein Schnäppchen!).

      Deutlich günstiger ist der 1991 in einer Auflage von 500 Exemplaren hergestellte Nachdruck, der ausserdem die Ergänzungen von 1926 und 1938 enthält. Dieser Neudruck basiert auf Lord Crawfords persönlichem Exemplar und enthält seine handschriftlichen Anmerkungen. Das Werk ist noch heute die beste Referenz für philatelistische Literatur der Zeit bis zum frühen 20. Jahrhundert.

Crawford-Kataloge, Reprint von 1991
Dieser Reprint ist ein gewaltiges Werk, nicht nur bezüglich der Abmessungen. (Das Buch ist grösser als A4-Format, der Scan ist aus zwei Einzelbildern zusammengesetzt.) In einem Zeitraum von nur 15 Jahren trug der Earl ca. 4500 verschiedene Titel zusammen.

Der Band enthält Nachdrucke folgender Titel (alle aus der Feder von Edward Denny Bacon, später „Sir Edward“):

  • Bibliotheca Lindesiana Vol. VII: A Bibliography of the Writings General Special and Periodical forming the Literature of Philately. The Aberdeen University Press, Aberdeen 1911
  • Catalogue of the Philatelic Library of the Earl of Crawford, K.T. The Philatelic Literature Society, London 1911
  • Supplement to the Catalogue of the Philatelic Library of the Earl of Crawford, K.T. The Philatelic Literature Society, London 1926
  • Addenda to the „Supplement to the Catalogue of the Philatelic Library of the Earl of Crawford, K.T.“. Supplement to „The London Philatelist“, Vol. 47 No. 555 (March 1938)

Fussnoten:

  1. Wenn Sie eine Web-Suche nach Crawford Medal durchführen, stossen Sie auf eine andere Auszeichnung mit dieser Bezeichnung: In Australien wird eine → Crawford-Medaille an Nachwuchsforscher verliehen, die wissenschaftliche Ergebnisse ihres Fachgebietes in allgemein verständlicher Form darstellen.
  2. Bei Bungerz finden Sie 1910; da war das erste ausgezeichnete Buch noch gar nicht erschienen!

Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 25. Mai 2006, letzte Bearbeitung am 26. Dezember 2015.


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