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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Privatpost

Das „sprechende Behrens-Album“ – Einleitung

      Das Wenige, das ich über die Behrens-Alben weiss, habe ich aus diversen Auktions- und Händlerangeboten zusammengetragen; für weitere Informationen über die Geschichte des Albenverlages Walter Behrens in Braunschweig wäre ich dankbar!
      „Sprechende Behrens-Alben“ gab es für viele deutsche (Altdeutschland, Kolonien, Deutsches Reich) und etliche ausländische Gebiete; in der Auktion vom Dezember 2005 versteigerte die Firma → Jennes & Klüttermann eine komplette Europa-Sammlung in sprechenden Behrens-Alben, wobei allein der Österreich-Teil sieben Bände umfasste.
      Alle Ausgaben, die ich angeboten gesehen habe, erfassten Marken bis spätestens 1980 – hörte der Verlag dann auf, zu existieren? Ich weiss es leider nicht!

      Warum sprechendes Album? Die Behrens-Alben beschränkten sich nicht darauf, Felder für die einzelnen Marken auf die Seiten zu drucken, sondern es gab zu jeder Ausgabe ergänzende Informationen, die aus diesen Alben schon fast einen Katalog machen.

Das „sprechende Behrens-Album“

      Das hier im Detail vorgestellte Album „Die Geschichte der deutschen Lokalmarke“ trägt übrigens, im Gegensatz zu den Länder-Ausgaben, keine Nummer, sondern die Bezeichnung „Sonderdruck“.

      Im Gegensatz zu den Länder-Alben, die ich bisher gesehen habe, wird das Gebiet der deutschen Privatpostmarken nicht vollständig erfasst; dieses Album bringt lediglich einen Auszug, der insgesamt knapp 400 Marken der deutschen Privatpostanstalten beinhaltet.
      Etliche Orte sind gar nicht aufgeführt, ebenso sind viele Privatpostbetriebe in den im Album gelisteten Orten nicht berücksichtigt worden. Die Auswahl beschränkt sich mehrheitlich auf relativ preiswerte Marken (eine Ausnahme ist z. B. Breslau, Hansa, MiNr. 15) und ist teilweise nicht ganz logisch nachzuvollziehen: Bei Bergedorf etwa wird der Tierbilder-Satz geschnitten und gezähnt erfasst, während aus der umfangreichen Marken-Geschichte der „Berliner Packet-Fahrt“ (204 Hauptnummern im Michel) nur einige wenige Marken im Behrens-Album berücksichtigt wurden!
      Die „sprechende“ Komponente ist in diesem Album deutlich weniger ausgeprägt als in Alben anderer Gebiete; die Angaben beschränken sich mehrheitlich auf das Ausgabejahr und den Namen der verausgabenden Postanstalt; die Behrens-Länderalben, die ich bisher gesehen habe, boten wesentlich mehr Informationen.

      Es gibt auf dem Web bereits eine → komplette Abbildung eines Behrens-Albums, aber Sie finden dort keine Katalog-Nummern. Ausserdem gibt es noch andere Ausgaben (s. u.), eine Tatsache, die Sie bisher auf keiner Website erwähnt finden. Wenn Sie also, mit einer Fehlliste und natürlich Müllers unverzichtbarem Michel Privatpostmarken-Spezial ausgestattet, daran gehen wollen, auf einer Briefmarkenbörse Ihr Behrens-Album zu füllen, empfehle ich Ihnen die nächsten Seiten dieses Abschnitts.

      Nach dem Erwerb meines ersten, vollständigen Behrens-Albums der deutschen Privatpostmarken begegneten mir im Laufe der nächsten Monate noch zwei weitere Versionen, eine mit einigen Lücken, die andere wiederum komplett gefüllt.

      Da alle diese Alben leider kein Ausgabejahr tragen, kann ich nicht sagen, wieso der Verlag sich zur Ausgabe mehrerer Versionen entschloss. Auffallend ist, dass jede der drei Album-Versionen, die ich besitze (vielleicht gibt es ja noch mehr?), andere Orte und Postanstalten berücksichtigt. Falls mir jemand dazu nähere Informationen geben kann, wäre ich sehr dankbar!

Nachtrag im Oktober 2006:

      Im August 2005 habe ich diese Seite geschrieben, und seitdem hatte ich keine weiteren Informationen über die Behrens-Alben gefunden. Im Spätsommer 2006 stiess ich bei eBay Deutschland auf ein Angebot, aus dem hervorging, dass der Verkäufer ganz offenbar umfassende Kenntnisse über Behrens-Alben besitzt. Natürlich schickte ich sofort eine E-Mail-Anfrage, und ich lernte in dem Sammlerkollegen Dr. Gunter Behrend aus Kiel einen absoluten Behrens-Experten kennen.
      Aus seinem reichen Fundus an Behrens-Material darf ich Ihnen hier einiges zeigen, das viele Fragen zur Geschichte des Behrens-Privatpostmarkenalbums beantwortet – merci, Gunter!

      Im Juni 1941 verschickte die Firma Behrens an ihre Kunden Angebote für ein neues Album, Die Geschichte der deutschen Lokalmarke. Das Album wurde komplett gefüllt für 26,50 Reichsmark angeboten. Behrens führte in dem Begleitschreiben aus, dass ihm die Zusammenstellung dieses Albums dadurch möglich wurde, dass er grössere Bestände aus dem Glasewald-Erbe erworben hatte. Etliche komplette Bögen dürften wohl für diese Alben aufgeteilt worden sein …
      Interessant ist, dass Behrens den berühmten „Dresden-Dreier“ als einzige Marke nicht in ausreichender Stückzahl für alle Alben vorrätig hatte; diese Marke konnte man zum stolzen Preis von RM 8,50 – also etwa ein Drittel des Preises des ganzen Albums – separat bestellen.

      Hier das komplette Angebot von Behrens aus dem Jahr 1941:

Angebot Seite 1 Angebot Seite 2 Angebot Seite 3
Seite 1
(Grosses Bild)
Seite 2
(Grosses Bild)
Seite 3
(Grosses Bild)
Angebot Antwortkarte, Vorderseite Angebot Antwortkarte, Rückseite
Antwortkarte, Vorderseite
(Grosses Bild)
Antwortkarte, Rückseite
(Grosses Bild)
Quelle aller Abbildungen: Sammlung Dr. Gunter Behrend;
mit freundlicher Genehmigung hier verwendet

      Nachdem wir nun wissen, wie das erste Privatpostmarken-Album zustande kam, kann man wenigstens begründete Vermutungen darüber anstellen, wie es zur Entstehung der anderen Alben kam:
      Der aus dem Glasewald-Nachlass von Behrens erworbene Marken-Bestand hielt natürlich nicht ewig vor. Behrens war Händler; man darf annehmen, dass er weiterhin in grösserem Umfang Privatpostmarken erwarb und die neuen Auflagen des entsprechenden Albums jeweils seinen aktuellen Beständen entsprechend konzipierte. Dies ist nur eine Vermutung von mir, aber sie scheint mir einigermassen logisch und passt zu den bekannten Fakten.
      Vielleicht findet sich noch weitere Korrespondenz von Behrens, die diese Frage klärt?

 


 

      Hier ist eine vergleichende Übersicht des Aufbaus der drei Behrens-Alben; mit Behrens I ist mein erstes (vollständiges) Album bezeichnet, Behrens II (mit Lücken) und Behrens III (vollständig) sind die später dazu gekommenen Versionen.

Behrens I Behrens II
Behrens I Behrens II
Behrens III Adressaufkleber der Firma Behrens
Behrens III  
Dies sind die im folgenden Text ausführlich beschriebenen drei Alben. Der Adressaufkleber (rückseitig gummiert) befand sich im Album Behrens III; er liefert leider auch keine zusätzlichen Informationen über die Firma Behrens.

      In allen drei Alben umfasst die Einleitung die Seiten 3 bis 5, und hier findet man auch die einzige bedruckte Seite mit gerader Seitenzahl. Die Marken sind in den Alben auf den rechten Seiten, also ausschliesslich mit ungerader Seitenzahl, zu finden.

      Ein wichtiger Hinweis: Das Behrens-Album hat, in allen Versionen, keine Marken-Abbildungen in den Vordruckfeldern! Sie können daher in gewissem Umfang selbst entscheiden, welche Werte aus einer im Album aufgeführten Ausgabe Sie dort einfügen wollen. Wenn Felder für einen ganzen Satz vorgesehen sind, z. B. bei der erwähnten Tierbilder-Ausgabe von Bergedorf, ist das klar, aber bei vielen Ausgaben haben Sie eine gewisse Auswahl. Was ich Ihnen hier zeige, sind also meine Behrens-Alben – Ihr eigenes kann anders aussehen!

      Das Album beginnt mit einer Einleitung zur Geschichte der Privatpost, die ich Ihnen im Folgenden zeige; sie ist bei allen drei Alben identisch.
      (Falls Sie statt der Frakturschrift ein „moderneres“ Schriftbild bevorzugen, können Sie eine entsprechende Version im PDF-Format anschauen oder herunterladen.)
      Ich weiss leider nicht, wann dieser Text entstand; das Behrens-Album enthält, wie erwähnt, kein Erscheinungsdatum. Der Tenor dieses Textes ist eindeutig pro-Reichspost; interessant war für mich, dass sich auch der Deutsche Reichstag einer Privatpostanstalt bediente. Damals konnten Politiker noch sparen!

Behrens-Album Seite 3
Behrens-Album Seite 4
Behrens-Album Seite 5

 


      Damit nun zu den Marken. Sie können leicht feststellen, welche Version des Albums Sie haben, wenn Sie sich die Aufteilung der Orte pro Seite ansehen. Wählen Sie nun bitte hier die gewünschte Seite:

Seite Behrens I Behrens II Behrens III
3–5 Einleitung Einleitung Einleitung

7 Altona, Augsburg, Barmen, Barmen-Elberfeld, Bergedorf Augsburg, Barmen, Barmen-Elberfeld, Bergedorf Augsburg, Barmen, Barmen-Elberfeld, Bergedorf
9 Bergedorf, Berlin, Bielefeld, Beuthen Berlin, Bielefeld, Beuthen Bergedorf, Berlin, Bielefeld, Beuthen
11 Bonn, Bochum, Brandenburg, Bremen, Breslau Bonn, Brandenburg, Bremen, Breslau Bonn, Bochum, Brandenburg, Bremen
13 Breslau, Chemnitz, Danzig, Darmstadt Chemnitz, Danzig, Darmstadt, Dessau, Dortmund, Dresden Breslau, Chemnitz
  Seite 7–13 im Detail Seite 7–13 im Detail Seite 7–13 im Detail

15 Dessau, Dortmund, Dresden Dresden, Duisburg Danzig, Darmstadt, Dessau, Dortmund, Dresden
17 Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Erfurt, Essen Düsseldorf, Elberfeld, Erfurt, Essen Dresden
19 Essen, Flensburg, Frankfurt/Main Essen, Flensburg, Frankfurt/Main Duisburg, Düsseldorf, Erfurt, Essen
21 Frankfurt/Main, Freiburg i.Br., Fürth Frankfurt/Main, Freiberg i.Sa. Flensburg, Frankfurt/Main
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23 Giessen Freiburg i.B., Fürth, Giessen Fürth, Frankfurt/Main, Freiburg i.B., Giessen
25 Hamburg, Hanau, Hannover Giessen Giessen, Hamburg
27 Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Kassel, Kiel Giessen, Halberstadt, Hamburg Hamburg, Hanau, Hannover
29 Krefeld, Koblenz, Kolmar, Königsberg, Leipzig Hamburg, Hanau, Hannover Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Kassel, Kiel
  Seite 23–29 im Detail Seite 23–29 im Detail Seite 23–29 im Detail

31 Limbach, Lübeck, Magdeburg, Mannheim, Metz, Mülheim/Rhein Heidelberg, Heilbronn, Kassel, Karlsruhe, Kiel Krefeld, Koblenz, Kolmar, Königsberg, Leipzig
33 Mainz, Mülheim-Deutz-Köln Krefeld, Koblenz, Kolmar, Königsberg, Leipzig Limbach, Lübeck, Magdeburg, Mannheim, Metz, Mülheim/Rhein
35 Mülheim-Deutz-Köln Leipzig, Limbach, Lübeck, Magdeburg Mainz
37 Mülheim-Deutz-Köln Mannheim, Metz, Magdeburg, Mülheim/Rhein Mülheim-Deutz-Köln, München-Gladbach
  Seite 31–37 im Detail Seite 31–37 im Detail Seite 31–37 im Detail

39 Mülheim-Deutz-Köln, München, Nürnberg, Offenbach, München-Gladbach, Posen München-Gladbach, Offenbach, München, Nürnberg, Rostock, Posen, Spandau München, Nürnberg, Offenbach, Posen, Rostock, Spandau, Stettin
41 Rostock, Spandau, Schwerte Stettin, Schönebeck/Elbe, Schwerte, Strassburg, Wiesbaden Schwerte
43 Stettin, Strassburg, Wiesbaden, Zeitz Wiesbaden, Wittenberg, Zeitz Strassburg, Stuttgart, Wiesbaden, Zeitz
  Seite 39–43 im Detail Seite 39–43 im Detail Seite 39–43 im Detail

  • Bei Marken, die es mit verschiedenen Zähnungen oder in verschiedenen Farbvarianten gibt, habe ich nur die Hauptnummer aufgeführt, denn in diesem Vordruckalbum ist es ziemlich egal, welche Variante Sie an der entsprechenden Stelle ins Album aufnehmen.
  • Das Album Behrens II ist, wie erwähnt, nicht komplett. An den entsprechenden Stellen habe ich daher in Kursivschrift Ausgaben genannt, die dort hinein passen würden; Sie können diese Angaben als Empfehlung zum Füllen des Albums verwenden.
  • Jede der Seiten, auf die hier verwiesen wird, enthält ca. 1,2 bis 1,5 MB Grafiken. Viel, zugegeben, aber Sie sollen auf den Abbildungen ja etwas erkennen!

      Jetzt bleibt für mich nur noch die Frage, wie viele Versionen des Behrens-Albums es eigentlich gibt. Sollte Ihnen noch eine andere Ausgabe begegnen, bitte ich um kurze Mitteilung. Merci!


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Copyright © 2005–2006 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 15. August 2005, letzte Bearbeitung am 14. Oktober 2006.


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