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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Deutsche Auslandspostämter und Kolonien

Der Schaltersatz – Einleitung

      Der Begriff „Schaltersatz“ begegnet Ihnen früher oder später, wenn Sie sich ein wenig in die Ausgaben der Auslandspostämter und Kolonien einlesen. Der Schaltersatz umfasst eine genau definierte Sammlung von 147 Marken dieser Gebiete (1), seinen Namen verdankt er der einzigen Bezugsmöglichkeit dieser Zusammenstellung.

      Zum ersten Mal wurde der Ausdruck wohl in der 3. Auflage von Friedemanns „Die Postwertzeichen und Entwertungen der deutschen Postanstalten in den Schutzgebieten und im Ausland“ verwendet (Friedemann/Wittmann 1967–1969); da ich diese Ausgabe nicht besitze, übernehme ich das Friedemann-Zitat aus einem Artikel von Schumacher (2010):
      „Verkaufsstelle für Kolonialpostwertzeichen war die amtliche Bezeichnung des sogenannten ‚Sammlerschalters‘. Sie wurde seitens des Reichspostamts in Berlin am 17. Dezember 1900 eröffnet und am 28. Juni 1919 auf Grund der Unterzeichnung des Versailler Vertrages geschlossen und war für die Abgabe aller bei den deutschen Auslandspostanstalten und in den Schutzgebieten kursierenden Postwertzeichen zuständig. Am 28. Juni 1919 bestand der ‚Schaltersatz‘ aus 147 Werten.“

      Im Umfang ist der Schaltersatz also beschränkt auf die Marken, die noch während des Ersten Weltkriegs in Verwendung waren (einschliesslich einiger Werte, die in den Kolonien nie ausgegeben wurden); er ist keine vollständige Sammlung der Kolonialausgaben. Während die Definition im Lexikon von Grallert eher etwas dürftig ausfällt, finden wir bei Häger eine detaillierte Aufstellung dieser Werte zu jedem Gebiet und den wichtigen Hinweis, dass der Schaltersatz definitionsgemäss nur ungebraucht vorkommen kann. Der Michel Deutschland-Spezial hat dementsprechend auch nur Bewertungen für ★/★★. Die einzelnen Marken findet man natürlich auch gebraucht und auf Belegen.
      Die im Schaltersatz enthaltenen Marken der Auslandspostämter gehören zur Ausgabe „Germania/Deutsches Reich“ (2) und „Repräsentative Darstellungen“ mit Wasserzeichen. Bei den Kolonien findet man ausschliesslich die späteren Ausgaben mit dem Motiv der kaiserlichen Jacht; die frühen Überdruckausgaben waren in Berlin offenbar nicht mehr verfügbar.

      Da ich, wie eingangs dieser Sektion erwähnt, die Auslandspostämter und Kolonien nicht insgesamt zu einem Sammelgebiet machen will, konnte ich nicht widerstehen, als ich in einem Auktionsnachverkauf die Gelegenheit zum Erwerb eines postfrischen Schaltersatzes bekam. Er wird nicht mehr häufig angeboten, und diese als solche etablierte (wenn auch unvollständige) Kollektion deckt das Gebiet für mich ausreichend ab.
      Auf den folgenden Seiten stelle ich Ihnen diese 147 Marken im Bild mit Zuordnung zu den entsprechenden Michel-Nummern vor.

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Fussnoten:

  1. Der Begriff wird manchmal auch im Zusammenhang mit Automatenmarken verwendet, ist dort aber nicht wirklich etabliert; die Lexika von Häger und Grallert definieren den Schaltersatz nur als Ausgabe der Kolonialmarken.
  2. In der Türkei wurden auch Germania-Marken der „Reichspost“-Ausgabe verwendet. Marken dieses Gebiets sind aber nicht Bestandteil des Schaltersatzes.

Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 24. Dezember 2021, letzte Bearbeitung am 24. Dezember 2021.


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