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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Grossbritannien

Einleitung zu den hohen Werten

Begriffsbestimmung
Nach allgemeinem Verständnis beginnen „hohe Werte“ bei 2/6 (2s.6d.).
Siehe dazu den Titel des Buches von Galland und Louis „Surface Printed Postage Stamps 1855–1883. Low Values 2½d to 2s“ (Queen Victoria), die → Seahorses (King George V) sowie die Castles und die → High Value Machins (Queen Elizabeth II).


      Die ersten High Value Definitives, wie wir sie heute nennen würden, unter Queen Victoria erschienen relativ spät. Erst 1867, 27 Jahre nach Einführung der Briefmarke, erschien ein 5-Shilling-Wert (bis dahin waren 2 Shilling die höchste Wertstufe), die Spitzenwerte zu 10 Shilling und 1 Pfund kamen am 26. 9. 1878 an die Schalter, und die erste 2s.6d.-Marke erschien erst am 2. 7. 1883. Diese Marken waren im Format deutlich grösser als die niedrigeren Wertstufen; das war durchaus angemessen, wenn man bedenkt, dass ein Pfund 1877 die Kaufkraft von 117 Pfund im Jahr 2019 hatte und schon die 5-Shilling-Marke damit den Gegenwert von heute fast 30 Pfund darstellte.

      Der Höchstwert zu £5 erschien zuerst als Telegrafenmarke (1. 3. 1877); die Ausgabe zur postalischen Verwendung am 21. 3. 1882. Diese Marke stellte lange die höchstwertige je verausgabte Marke der britischen Post dar; dieser Rekord wurde erst mit der am 2. Februar 1977, also fast exakt 100 Jahre später, ausgegebenen grossformatigen Machin-Ausgabe zu £5 eingestellt, und am 2. März 1993 erschien sogar eine £10-Marke, die allerdings nur bis 1997 im Verkauf war – man brauchte sie einfach nicht. (Mehr zu diesen Ausgaben demnächst in der Sektion Grossbritannien ab 1952.)

      Auf die Entwicklung von high-denomination-Telegrafenmarken zu ihren postalischen Äquivalenten wird auf der Seite über die £5 Orange im Detail eingegangen. Auch die späteren langformatigen £1-Marken entstanden ursprünglich als Telegrafenmarken.
      Warum eigentlich Telegrafenmarken? Diese hatte das Post Office (das 1870 die privaten Telegrafendienste übernommen hatte) am 1. Februar 1876 eingeführt, um durch die Verwendung unterschiedlicher Marken für Postdienste und Telegrafendienste die Abrechnung zwischen diesen Bereichen zu vereinfachen. Aufwand und Ertrag dieser Massnahme standen aber wohl in keinem gesunden Verhältnis zueinander, und so wurden ab dem 1. 11. 1881 wieder „normale“ Briefmarken auch für Telegramme verwendet.

Grössenverhältnisse der Pfundwerte unter Queen Victoria
V.l.n.r.: Dauermarke 6d. grau 1873 (SG 125) zum Grössenvergleich  •  £1 braunlila Wz. Anker 1882 (SG 136)  •
£5 orange 1882 (SG 133)  •  £1 Wz. Imperial Crowns 1884 (SG 185)
(Collage aus Abbildungen zu Los Nr. 6012, 174. Auktion → Ulrich Felzmann, 18.–19. März 2022)

      Kataloge führen die Telegrafenmarken separat auf; bei Stanley Gibbons haben die Nummern ein vorangestelltes „T“, im Michel werden sie einfach in einem gesonderten Abschnitt fortlaufend nummeriert. Das ist unproblematisch.
      Bei der katalogmässigen Einordnung der postalischen Pfundwerte wird der Sammler allerdings mit den unterschiedlichen Philosophien dieser beiden grossen Katalogverlage konfrontiert und eventuell dadurch irritiert:
      Stanley Gibbons fasst bildgleiche Ausgaben zusammen; es gibt natürlich unterschiedliche Nummern für geänderte Marken- und Papierfarben oder Wasserzeichen, aber es können schon einmal 15 Jahre zwischen den Ausgabedaten von zwei Marken liegen, die grundsätzlich derselben Ausgabe zugeordnet werden (z. B. SG 126 und 130).
      Im Michel dagegen zählt nur das Ausgabedatum. Dass inhaltlich zusammengehörige Marken getrennt werden, wird dabei in Kauf genommen.
      Man kann nicht sagen, dass eines dieser Systeme besser sei als das andere – sie sind eben unterschiedlich, aber beide lange etabliert und den regelmässigen Benutzern der jeweiligen Kataloge vertraut. Umdenken auf das jeweils andere System muss man bei Angeboten, die nicht nach dem persönlich bevorzugten Katalog eingeordnet sind. Ich werde bei den von mir so genannten „kleinformatigen“ Pfundwerten (s. Abb.) darauf zurückkommen.

      Ich beschränke mich auf die Kataloge von Michel und Stanley Gibbons, die zusammen wahrscheinlich den grössten Anteil der von meinen Lesern verwendeten Kataloge ausmachen.


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 12. Mai 2022, letzte Bearbeitung am 12. Juni 2022.


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