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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Grossbritannien

1d. lilac (1881, First Unified Stamp)

      Diese eigentlich unscheinbare Marke zum niedrigen Nennwert von 1 Penny hat es in sich: Sie markiert eine Zäsur in der Geschichte der britischen Briefmarken, und in den rund 20 Jahren ihrer Gültigkeit wurden über 34 Milliarden Exemplare verkauft. Was macht die 1d. lilac so speziell?

 
Entstehung und Besonderheiten der 1d. lilac

      Schon seit 1853 gab es in Grossbritannien Fiskalmarken, die als Zahlungsquittung z.B. auf offiziellen Dokumenten angebracht wurden (nicht zu verwechseln mit den Dienstmarken der Steuerbehörde mit dem Aufdruck i. r./official auf regulären postalischen Marken).
      Mit dem Customs and Inland Revenue Act, der am 1. Juni 1881 in Kraft trat, konnten 1-Penny-Fiskalmarken postalisch und 1-Penny-Briefmarken fiskalisch verwendet werden. Es war naheliegend, nur noch eine Briefmarkenausgabe für beide Zwecke zu verwenden, und das Ergebnis dieser Überlegungen war die Marke, um die es hier geht; wegen dieses doppelten Verwendungszwecks bezeichnet sie der SG-VS als „First Unified Stamp“. Im Markenbild fand dies seinen Ausdruck in der Inschrift postage and inland revenue.

      Neu war bei dieser Marke auch das Bild der Königin in einem ovalen Rahmen; bei allen bisherigen 1d.-Marken war das Victoria-Bildnis in einem rechteckigen Rahmen montiert, bei Fiskalmarken hatte es allerdings schon von Anfang an ovale Rahmen gegeben.
      Die wohl wichtigste Neuerung neben der Inschrift auf der Marke war die Farbe: Violette Marken hatte es bisher nicht gegeben. Um dem Sicherheitsbedürfnis der Steuerbehörde Rechnung zu tragen, verwendete die Druckerei De La Rue hier erstmals bei Briefmarken eine double fugitive ink, also eine sowohl mit organischen Lösungsmitteln wie mit Wasser lösliche Farbe. Ein illegales Entfernen des Poststempels oder von handschriftlichen Fiskalvermerken mit anschliessender Wiederverwendung war damit ausgeschlossen.

 
Die zwei Stempel der 1d. lilac


Imprimaturstücke der 1d. lilac
Links: Die I   –   Rechts: Die II

      Die wichtigsten Varianten der 1 Penny lila sind die beiden Stempel, in der Literatur einfach als Die I und Die II bezeichnet. In allen Katalogen finden Sie als Unterscheidungsmerkmal die Anzahl der Punkte in den Eckfeldern, 14 bei Die I, 16 bei Die II. Die Änderung wurde durchgeführt, um durch die grössere Anzahl der entsprechend kleineren einzelnen Punkte mehr Raum für das Textband zu gewinnen und damit die Lesbarkeit zu verbessern.
      Einen weiteren Unterschied, den ich bisher nur im SG-VS erwähnt fand, können Sie im „o“ von „one“ entdecken; hier zeigt sich die Entzerrung des Textes mit dem neuen Stempel deutlich: Während das o in Die I eher „gequetscht“ aussieht, hat es bei Die II eine reguläre Form. Hier noch einmel eine Zusammenstellung der Unterschiede:


Zusammenstellung der Unterschiede zwischen Die I und II

      Die von Die I gedruckte Marke erschien am 12. Juli 1881. Bis zum Erscheinen der neuen Version am 13. Dezember 1881 wurden rund 496 Millionen Stück gedruckt. Die von Die II gedruckte Marke, die dann während der gesamten Regentschaft von Queen Victoria bis 1901 in Gebrauch blieb, brachte es in diesen knapp 20 Jahren auf 33,6 Milliarden Exemplare.

 
Weitere Varianten der 1d. lilac

      Insgesamt fünf Hauptnummern findet man bei Stanley Gibbons zu dieser Marke. Die I ist unproblematisch, es gibt nur zwei leicht unterscheidbare Farbtöne dieser Marke. Die Druckerei De La Rue verwendete im Laufe der Jahre verschiedene Tinten (Details im SG-VS), was die etwas bläulich erscheinende Variante der von Die I gedruckten Marken erklärt.

Die zwei Farben der 1d. lilac Die I:
 
Links:
SG 170
lilac
 
Rechts:
SG 171
pale lilac

      Die von Die II gedruckten Marken (SG 172–174) sind wesentlich variantenreicher, insbesondere bei der SG 173 gibt es etliche Zähnungs-, Druck- und Gummierungsabarten sowie einen markanten Plattenfehler. Einige wenige solche Stücke habe ich in meiner Sammlung:

Links:
SG 172
lilac
 
Rechts:
SG 172a
bluish lilac
Dreierstreifen der SG 173 vom oberen linken Bogenrand.
Mittlere Marke SG 173b mit Plattenfehler Rahmenbruch unten,

Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 12. Juni 2022, letzte Bearbeitung am 12. Juni 2022.


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