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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Grossbritannien

Aufdruckausgabe 3d. auf 3d. und 6d. auf 6d. (1883, Temporary Unified Issue)

      Es gibt etliche britische Marken mit Aufdrucken und Überdrucken: Die Ausgaben für die Auslandspostämter (bis Elizabeth II), die Dienstmarken (bis Edward VII), verschiedene Fiskalmarken sowie specimen- und cancelled-Aufdrucke. Klassische Überdrucke mit neuer Wertstufe gab es allerdings bei den Ausgaben des Mutterlandes nur einmal, und diese Überdrucke sind nicht typisch, da sie der Marke keinen neuen Nennwert verliehen, sondern den auf der Marke angegebenen Betrag noch einmal wiederholten. Um diese Ausgaben geht es hier.

 
Warum überdruckt man Marken mit ihrem regulären Nennwert?

      Die ständige Sorge der Behörden („one might say paranoid“ heisst es bei der GB Overprints Society), Postkunden könnten Stempel entfernen und Marken mehrfach verwenden, hatte 1881 zur Ausgabe der 1d. lilac, gedruckt mit double fugitive ink, geführt. Die komplette Serie in Form der lilac-and-green issue war geplant, aber wenigstens für die häufigsten Wertstufen wollte man Ende 1882 eine kurzfristig verfügbare Lösung.

      Das Ergebnis dieser Überlegungen waren neue Drucke der 3d.- und 6d.-Werte der Freimarkenausgabe von 1880 (Large coloured corner letters, Wasserzeichen Imperial Crown). Diese Marken, die 3d. rosa (SG 159) und die 6d. grau (SG 161), wurden mit unverändertem Markenbild in Lila mit double fugitive ink gedruckt. Am 19. Dezember 1882 erschien eine Mitteilung des General Post Office, dass „On and after 1st of January, 1883, all 3d and 6d Postage Stamps issued will be printed in a purple colour, and overprinted with their respective values in red“. Ursprünglich war sogar einmal geplant gewesen, alle Werte von ½d. bis 1/- entsprechend zu überdrucken; dies wurde jedoch wegen der Lilac-and-green Issue nicht weiter verfolgt. Details finden Sie im SG-VS und bei Wright/Creeke.


So hätte die komplette Überdruckausgabe ausgesehen (Abb. aus Wright/Creeke)

      Die zusätzlichen Aufdrucke dienten zur besseren Erkennbarkeit der Wertstufe bei schlechten Lichtverhältnissen; Postbüros wurden ja damals noch mit Kerzen beleuchtet. Schwarz als Aufdruckfarbe wurde schnell verworfen (Stempelfarbe!); von Ende 1882 existieren Essais mit roten und blauen Aufdrucken. Die Entscheidung fiel dann, wie erwähnt, zugunsten der roten Version; diese Marken kamen am 1. Januar 1883 an die Schalter:


Aufdruckausgabe 1. 1. 1883 (3d. auf 3d. lila SG 159 und 6d. auf 6d. lila SG 162)

      Beide Werte wurden von jeweils nur einer Platte gedruckt; die Plattennummern sind bei dieser Ausgabe prominent im Markenbild erkennbar (3d. Platte 21, 6d. Platte 18). Als Varianten gibt es bei beiden Marken kopfstehende Wasserzeichen, beim 6d.-Wert ausserdem doppelte Aufdrucke und verschiedene Abweichungen in den doppelten Punkten unterhalb des aufgedruckten „d“.


Literatur:



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Erste Veröffentlichung am 24. Juni 2022, letzte Bearbeitung am 27. Juli 2022.


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