Alle Inhalte dieser Site sind urheberrechtlich geschützt; Copyright © C. Ozdoba

Grossbritannien – Englische Münzen
NGC, CGS und PCGS

Was bedeutet „NGC“?

      Vielleicht fangen Sie mit dem Kürzel NGC überhaupt nichts an? Als Astronomie-Enthusiast hatte ich bis vor zwei Jahren immer sofort eine Assoziation: Den New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars, in der revidierten Ausgabe → NGC 2000.0 seit Erscheinen in meinem Bücherregal und Bestandteil aller Astronomie-Programme für den PC ebenso wie der Steuerungen der grossen Teleskop-Hersteller im Amateur-Bereich.

      Es gibt aber auch ein numismatisches NGC: Die Numismatic Guaranty Company, eine US-amerikanische Firma (wie man sich aus dem Namen ableiten kann; im britischen Englisch würde es Guarantee heissen), die sich als Zertifizierungsstelle etabliert hat. NGC-klassifizierte Münzen werden in typische Plastik-Hüllen („slabs“) eingeschweisst:

      Das Grading ist bei NGC etwas speziell. VF und XF kennen wir aus dem Spink-Katalog als Very Fine und Extra Fine (bei Spink EF); die Skala (entsprechend der klassischen → Sheldon coin grading scale) reicht → bis 70.
      Für „Polierte Platte“ hat man spezielle Erhaltungsgrade neu definiert wie → Proof Cameo und Proof Ultra Cameo. Die teuerste je verkaufte britische Münze, ein 5-Pfund-Proof in Gold unter Edward VIII, die 2021 bei → Heritage Auctions für £2 280 000 verkauft wurde, hatte ein NGC-Grading von PP67 Ultra Cameo.

 
Was bedeutet „PCGS“?

      Hinter dieser Abkürzung steht der Professional Coin Grading Service, eine ebenfalls in den USA beheimatete kommerzielle Grading-Organisation. Das PCGS-Grading basiert ebenfalls → auf der Sheldon scale. Auch PCGS schweisst die Münzen in Plastikboxen ein.

 
Und was ist „(L)CGS“?

      Der (London) Coin Grading Service verwendet ein anderes Grading-Schema als NGC und PCGS: CGS-Gradings reichen von 1 bis 100, wobei alles über 81 Nuancen von uncirculated repräsentiert. Ausserhalb Grossbritanniens und für nicht-britische Münzen wird das CGS-Grading nicht verwendet.

 
NGC oder PCGS?

      Ob einer und gegebenenfalls welcher dieser beiden Grading Services besser ist, kann ich nicht beurteilen. Mir ist aber aufgefallen, dass bei Auktionen und Händlern angebotene britische Münzen fast ausschliesslich mit NGC-Zertifikaten kommen, PCGS scheint eher auf US-Numismatik fokussiert. Dazu passt die Aussage „However, many collectors consider NGC the leading grading company for foreign coins. NGC is quite reputable for accurately grading ancient coins“ in dem aktuellen Artikel von Jane Pardo. Ich habe aber keine Probleme damit, eine von PCGS zertifizierte englische Münze zu kaufen.


Von links nach rechts: NGC, LCGS und PCGS

 
Mein persönliches Fazit

      Ich bin kein grosser Anhänger dieser verschweissten Plastikboxen und werde die Münzen vielleicht sogar irgendwann daraus befreien. Sie sind nicht mehr in vollem Umfang beurteilbar, und die Aufbewahrung dieser Plastikschachteln erfordert einerseits viel Platz und wirkt andererseits auch nicht besonders elegant. (Erstaunlich eigentlich, dass die in der Philatelie etablierten Fotoatteste in der Numismatik keine Rolle spielen.)
      Mit dieser Einschätzung befinde ich mich in durchaus guter Gesellschaft: Im Spink-Katalog heisst es dazu „Associated with professional grading is the practise of sealing the coin within a clear plastic container, colloquially referred to as slabbing. Whilst now a well-established practice in the US market it has had less impact in the UK where collectors prefer to handle a coin which allows for closer examination of the surfaces and the edges, a necessity for a milled coin with an inscribed edge which once enscapulated cannot be examined.“

      Empfehlungen kann ich natürlich nicht aussprechen; dass ich diese Plastikhüllen nicht mag, ist eine persönliche Meinung. Was habe ich von einer Münze, an die ich nicht mehr herankomme? Diese Entscheidung muss aber jeder Sammler für sich treffen …

      Das ist meine Art, Münzen aufzubewahren – ich liebe die Beba-Münzkästen. (So viele Goldmünzen, um die oben gezeigte Abbildung zu gestalten, besitze ich leider nicht. Alle Abbildungen stammen von der Website meines → Stammhändlers.)

      Hier wird deutlich, wieviel Platz Münzen in Slabs brauchen und wie wenig attraktiv diese Präsentation ist – ein nicht ganz unwichtiger Punkt; schliesslich will man als Sammler ja Freude an seinen Stücken haben. Die Abbildung oben zeigt Schubladen für den Beba-Münzkasten mit 7×7 (blaue Filzunterlagen) bzw. 8×8 (grüner Filz) Fächern.
      Die Schublade mit Fächern für Slabs fasst gerade einmal 12 Münzen!


Literatur:


Links zu dieser Seite:


Zurück zur Sektion Englische Münzen / zur Sektion Grossbritannien / zur Startseite.


Copyright © 2023–2024 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 19. Juli 2023, letzte Bearbeitung am 8. Mai 2024.


Adresse dieser Seite: https://www.klassische-philatelie.ch/gb/numis/gb_numis_ngc-pcgs.html

Durch das World Wide Web Consortium validierter Code gemäss dem Standard HTML 5