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Klassik erweitert – Anhang: Die Zeit der „Four Kings“

George V – Seahorses

Druck von Bradbury, Wilkinson & Co., Ltd (SG 413a–417)

2s.6d. Bradbury, Wilkinson & Co., Ltd, pale brown (SG 415a)

      Die dritte mit der Herstellung der Seahorses beauftragte Druckerei, Bradbury Wilkinson, führte einige Neuerungen in den Druckvorgang ein. Bradbury arbeitete mit Walzendruck, was die Herstellung neuer Platten bedingte. Die Krümmung der Druckplatten auf der Walze führte zum markantesten Kennzeichen dieses Drucks, einer Vergrösserung der Markenbildes in der Vertikalen. Ausserdem wurden bei Bradbury immer zwei Bogen à 40 Marken in der bekannten Anordnung mit zehn waagerechten Reihen zu 4 Marken pro Bogen gleichzeitig gedruckt.

      Das oben gezeigte Eckrandpaar vom Oberrand lässt noch eine weitere Bradbury-Spezialität erkennen: Am linken Rand, also in Höhe der dritten Marke der Reihe, erkennt man am Bogenrand noch den Rest (den nach rechts abgehenden Arm) eines dort eingravierten Kreuzes. Diese Kreuze gab es bei den Bogen aller Drucker der ersten drei Ausgaben an den vier Seiten des Bogens jeweils in der Mitte. Nach Kearsley dienten sie als perforation pinning points, also Anlagepunkte für die Zähnungsmaschine, und als Marker zum Teilen des Bogens.
      Nur die Bradbury-Bogen hatten zusätzliche Linien an den Bogenrändern (rechts oben im Bild). Diese verliefen am Ober- und Unterrand horizontal jeweils rechts und links der Kreuze, an den Seitenrändern vertikal oberhalb und unterhalb der Kreuze. Je eine dieser Linien oben und unten hatte einen eingravierten Punkt; diese Punkte waren Bradburys neue pinning points.

      Alle Kataloge erwähnen den Grössenunterschied der Bradbury-Marken zu den Vorgängerversionen. Falls Sie nicht sicher sind, wo genau gemessen wird (SG Concise und Michel-Spezial haben keine Illustration dazu), hilft diese Darstellung:
      Der gelbe Doppelpfeil zeigt die Bildhöhe. Gemessen wird an der dünnen äusseren Begrenzung des Motivbereichs. Bei Waterlow/Layton und De La Rue misst man für diese Linie 22,1 mm, bei Bradbury/Wilkinson 22,6–23,1 mm. Das klingt nicht dramatisch, aber der Unterschied ist markant.
      Rechts sind die SG 400 (Druck von De La Rue) und die oben gezeigte SG 415a von Bradbury im direkten Vergleich dargestellt. Bei auf gleicher Höhe liegenden oberen Rändern der Bildbereiche sieht man deutlich, dass die Bradbury-Marke vertikal etwas weiter nach unten reicht.

      Die Firma Bradbury/Wilkinson wird bei Kearsley für die sehr sorgfältige Ausführung der Arbeiten ausdrücklich gelobt; beim Vorgänger De La Rue hatte es demgegenüber einige Probleme gegeben. Die lange Laufzeit des Vertrages mit Bradbury führte dazu, dass diese Firma eine grosse Zahl von Druckplatten verwendete, was Spezialisten bei dieser Ausgabe, ebenso wie die Re-entries, ein breites Betätigungsfeld eröffnet. Spezialkataloge und das Buch von Kearsley sind für solche spezialisierten Studien unverzichtbar.

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Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 27. Juli 2022, letzte Bearbeitung am 2. August 2022.


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