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Klassik erweitert – Anhang: Die Zeit der „Four Kings“

George V

Zur Person

Biographische Daten
Geboren: 3. Juni 1865 –  Gestorben: 20. Januar 1936
Regentschaft
Beginn: 6. Mai 1910 (Krönung 22. Juni 1911) –  Ende (Tod): 20. Januar 1936
Vorgänger
King Edward VII (Vater)
Nachfolger
King Edward VIII (Sohn)
Bemerkung
Wurde erst nach dem Tod seines älteren Bruders Prince Albert Victor Thronfolger

      Seine frühe Erziehung absolvierte George V gemeinsam mit seinem nur knapp eineinhalb Jahre älteren Bruder Albert Victor, dem designierten Thronfolger. Ihr Vater hielt es für das Beste, seine Söhne bei der Marine ausbilden zu lassen. Während Albert Victor den Militärdienst 1883 verliess, um ein Studium in Oxford zu beginnen, blieb George im aktiven Marinedienst. Nach Albert Victors Tod während der damals grassierenden Grippeepidemie am 14. Januar 1892 rückte George V als Thronfolger nach; die Karriere als Marineoffizier war damit beendet. Sein Vater, der von seiner Mutter (Queen Victoria) während seiner Zeit als Prince of Wales weitgehend von politischen Aktivitäten ferngehalten worden war, wollte das bei seinem Sohn besser machen; George eröffnete die erste Parlamentssitzung des neuen Commonwealth of Australia und unternahm ausgedehnte Reisen im gesamten Empire.

Wirken als König

      Bei seiner Thronbesteigung im Jahre 1910 übernahm George V von seinem Vater die noch ungelöste Verfassungskrise, die mit einer Aufhebung des Vetorechts des House of Lords bei der Verabschiedung von Gesetzen endete. Probleme mit dem Status von Irland blieben wegen des ausbrechenden Krieges zunächst ungelöst.

      Deutschland und alles Deutsche waren während des Krieges in Grossbritannien (vorsichtig formuliert) nicht gerade populär. George V reagierte auf die Stimmung im Land mit einer Umbenennung seiner Familie; aus dem „House of Saxe-Coburg and Gotha“ wurde das „House of Windsor“. Seine teils deutschstämmige Verwandtschaft erlebte ähnliche Umbenennungen; aus „Battenberg“ wurde „Mountbatten“ (1).

      Das British Empire hatte 1922, während der Regentschaft von George V, seine grösste territoriale Ausdehnung (etwa ein Viertel der Landfläche der Erde). Ebenfalls unter diesem König begann allerdings die Umstrukturierung; der Beginn vom Ende des Empire war die Imperial Conference im Jahr 1926, die in der → Balfour Declaration festlegte, dass Grossbritannien und seine Dominions „equal in status, in no way subordinate one to another in any aspect of their domestic or external affairs, though united by common allegiance to the Crown, and freely associated as members of the British Commonwealth of Nations“ seien.
      Mit der unter seiner Regentschaft ersten Labour-Regierung Grossbritanniens konnte er sich gut arrangieren, und er unterstützte die Bildung eines National Government (einer All-Parteien-Regierung) während der Weltwirtschaftskrise. Eine Randnotiz, die aber eine Tradition begründete: 1932 gab es erstmals eine Weihnachtsansprache des Königs im Radio.

Philatelie der Epoche George V

      George V war nicht der erste, aber sicher der engagierteste Philatelist im britischen Königshaus. 1896 wurde er, noch als Duke of York, zum Präsidenten der Philatelic Society London gewählt (der sein Vater, Edward VII, 1906 das Royal verlieh) und der er selbst als König das Privileg verlieh, das königliche Wappen in Korrespondenz und Publikationen zu verwenden.
      Er begründete die Royal Philatelic Collection, die bis auf die British Guiana 1 ¢ magenta alle Weltraritäten enthielt. Diese Sammlung wird seither von den jeweils regierenden Monarchen fortgesetzt; es gibt am Königshof sogar die offizielle Position eines „Keeper of the Royal Philatelic Collection“. Stücke aus dieser Sammlung werden gelegentlich bei grossen Ausstellungen öffentlich gezeigt.

      Ausgaben unter George V finden Sie in den SG-Katalogen ab Nr. 321. Für die hohen Werte der Definitives gab es mit den → Seahorses ein neues Design. Mit den Marken zur British Empire Exhibition erschienen 1924/25 die ersten britischen Gedenkaugaben (commemoratives). Sonderausgaben dieser Ära sind die Marken zum UPU-Kongress 1920 und die Ausgabe zum silbernen Thronjubiläum 1935.

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Fussnoten:

  1. Eine ähnliche Massnahme war die Umbenennung des → German Shepherd, des deutschen Schäferhundes, in Alsatian (anfangs „Alsatian Wolf Dog“, also „elsässischer Wolfshund“), die erst in den 1970ern rückgängig gemacht wurde. Aus neuerer Zeit erinnern wir uns an die politisch motivierte Wortschöpfung → Freedom fries.

Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 11. Januar 2022, letzte Bearbeitung am 28. Juni 2022.


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