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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Zemstvo (Земство) – Marken der russischen Landschaftsämter 1866–1919

Zemstvo sammeln?

      Wie kommt man als Philatelist zu den Zemstvo-Marken? Manchmal, wie in meinem Fall, „um drei Ecken“, wie man so schön sagt – dass viele Dinge irgendwie, auf den ersten Blick gar nicht erkennbar, miteinander zu tun haben und zusammenhängen, macht ja einen grossen Teil des (intellektuellen) Reizes der Philatelie aus.
      Bei den Ausgaben der Hamburger Boteninstitute gibt es so genannte „Phantasiemarken“, die von amerikanischen Fälschern hergestellt wurden. Die Motive wurden schlicht von existierenden Marken anderer Gebiete kopiert, und eine dieser Vorlagen war eine „Zemstvo“-Ausgabe. (Sie finden das Plagiat auf Seite 10 meiner Ausstellungssammlung.)

      Natürlich wollte ich auch die Vorlage zu diesen Marken in meiner Sammlung haben, und so begann ich, die entsprechende Marke aus Gdov zu suchen. Wenn Sie sich schon ein wenig auf dieser Website umgesehen haben, wissen Sie, dass ich ziemlich Literatur-orientiert bin; bei der Frage nach meinen Sammelgebieten gebe ich philatelistische Literatur an erster Stelle an.
      Bevor ich also daran ging, die eine Zemstvo-Marke zu suchen, die mir zur Ergänzung bei den Hamburger Boteninstituten fehlte, musste ich mir zunächst einmal sämtliche verfügbare Zemstvo-Literatur beschaffen. (Etwas verrückt, ich weiss – aber so funktioniert das bei mir nun einmal …)

      Das Ergebnis dieses Einlesens ist die Sektion „Zemstvo“ meiner Site; ich fand das Gebiet historisch und philatelistisch ausserordentlich reizvoll und dachte, dass es vielleicht einen Teil meiner Leser interessiert.
      Zum Zemstvo-Sammler werde ich deshalb nicht – es ist ein gewaltiges Gebiet, das ich derzeit zeitlich, finanziell und auch intellektuell nicht noch zusätzlich bewältigen kann.

      Vielleicht habe ich aber das Interessse an den russischen Landschaftsmarken bei einem meiner Leser geweckt? Wenn Sie ein Sammelgebiet suchen, das etwas abseits der üblichen Wege (Altdeutschland, Strubel etc.) liegt, wird es sicher viel Freude und Befriedigung vermitteln, sich mit den Zemstvo-Ausgaben zu beschäftigen.
      Mir ist aufgefallen, dass Zemstvo im Moment „im Trend“ liegt. Unter finanziellen Gesichtspunkten wäre es sicher klüger gewesen, in dieses Gebiet schon vor 10 Jahren „einzusteigen“ – Zemstvo-Marken und vor allem -Belege bleiben bei keiner Auktion unverkauft, und die Preise ziehen derzeit deutlich an.

Ein Auktions-Weltrekord?

      Ein kürzlich erzieltes Auktionsergebnis fiel mir auf. Es ist sicher keiner der „Weltrekorde“, über die auch in den Tageszeitungen berichtet wird; der absolute Zuschlagpreis von € 32 000,– ist hoch, aber in der Philatelie noch nicht rekordverdächtig.

      Das für mich Sensationelle ist das Verhältnis von 1 : 106 zwischen Ausrufpreis und Zuschlag. Wie gesagt: Zemstvo zieht an …

Auktions-Ergebnis Heinrich Köhler, Wiesbaden, 328. Auktion
Ausruf € 300,–, Zuschlag € 32 000,–
328. Auktion Heinrich Köhler, Wiesbaden, September 2006
(Copyright © → Heinrich Köhler Wiesbaden)

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Erste Veröffentlichung am 6. April 2007, letzte Bearbeitung am 6. April 2007.


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