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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Einleitung

Drucktechniken klassischer Ausgaben – Tiefdruck

      Wenn Sie die vorherigen Seiten zu diesem Thema gelesen haben – beim Hochdruck sind die zu druckenden Bereiche gegenüber den nicht zu druckenden erhöht, beim Flachdruck liegen die zu druckenden Bereiche in der gleichen Ebene –, ist eigentlich schon klar, wie es beim Tiefdruck weitergehen muss:
      Die zu druckenden Bildteile sind im Vergleich zum Rest des Stempels vertieft.

      Kupferstiche – die schon Goethe sammelte – und Stahlstiche sind typische Beispiele von Tiefdruck-Erzeugnissen. Kupfer ist für den Stecher leichter zu bearbeiten, Stahl dagegen ist im Druck zehn Mal widerstandsfähiger.
      Das Prinzip ist einfach: Das Motiv wird – vertieft – in das Metall eingeschnitten (graviert), Farbe wird auf die Platte aufgetragen, mit einem speziellen Messer („Rakel“) wird die überschüssige Farbe abgestreift und anschliessend wird das Motiv auf saugfähiges Papier übertragen.

Tiefdruck

      Dieser Stichtiefdruck ist die aufwändigste Form der Markenherstellung, für den Graveur sind vier bis sechs Wochen Arbeit an einem Markenbild nicht ungewöhnlich.
      Manchen Postverwaltungen waren ihre Briefmarken (und der damit zu erzielende Gewinn) allerdings diesen Aufwand wert, denn der Stichtiefdruck ist das fälschungssicherste Herstellungsverfahren. Er wurde daher besonders gerne für Marken hoher Nominale verwendet, bei denen „Fälschungen zum Schaden der Post“ den grössten Schaden anrichten würden.

Deutsches Reich Michel Nr. 94 B II, Ausschnitt Diese reizende Strassenszene aus der wilhelminischen Ära ist im Original nur wenige Millimeter gross – das leistet der Stichtiefdruck!
Deutsches Reich Michel Nr. 94 B II
Hier die ganze Marke: Deutsches Reich MiNr. 94 B II
Selbst der schlechtere „Kriegsdruck“ zeigt noch ein sauberes und detailliertes Markenbild

      Noch einmal Stichtiefdruck in Perfektion:

Brasilien „Ochsenauge“ 60 Réis
Brasilien, 1. Ausgabe vom 1. August 1843 (so genannte „Ochsenaugen“), 60 Réis

      Eine Zusatztechnik, bei der mit Roulette (einem kleinen gezähnten Stahlrädchen), Schabeisen und Polierstahl auf der Platte „geschabt“ wird, erlaubt die Darstellung von Halbtönen, diese Technik ist als Mezzotinto bekannt. Die Drucktechnik der bayerischen Freimarkenserie „Ludwig III.“ aus dem Jahr 1914 wird im Michel-Katalog als „Mezzotintodruck“ bezeichnet, Tröndle führt jedoch aus, dass diese Serie zwar auf einem „Mezzotinto“ basiert, aber mit Rastertiefdruckformen ausgeführt wurde.

      Der Rastertiefdruck ist eine in klassischer Zeit nur wenig verwendete Tiefdruck-Technik. Die Vorlage wird dabei auf photographischem Weg auf eine Kupferplatte übertragen.


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Erste Veröffentlichung am 12. Juni 2005, letzte Bearbeitung am 12. Juni 2005.


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