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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Einleitung

Was ist „Vorphilatelie“?

      Auslöser für das Schreiben dieser Seite war die im August-Heft 2006 der philatelie erschienene erste Folge von Maassen/Tröndles „Briefmarkenkunde“.
      Leser dieser Site wissen, dass ich um korrekte Verwendung von Fachausdrücken und Präzision im Ausdruck bemüht bin (vgl. die Seiten zum Thema „geschnitten/ungezähnt“ oder „geteilt/teilbar“.) Etwas betroffen habe ich aus dem Artikel von Wolfgang Maassen gelernt, dass ich seit Jahren einen sprachlich eingängigen, aber inhaltlich nicht korrekten Begriff verwendet habe, ohne es zu wissen (das wäre entschuldbar), aber auch, ohne den fraglichen Begriff je zu hinterfragen (das ist nachlässig).

      Es geht um den Begriff Vorphilatelie. Wenn Sie dieses Wort benutzen, befinden Sie sich zwar in bester Gesellschaft – denken Sie an das Standardwerk „Deutsche Vorphilatelie“ von Feuser/Münzberg oder an die Bücher „Vorphilatelie“ von Dr. J. Helbig –, aber ganz korrekt ist es eben nicht.

      Wie immer, wenn es um Definitionen von Begriffen geht, werfen wir einen Blick in die beiden grossen deutschen Fachlexika:

      Interessant ist dabei auch Tröndles Bemerkung, dass Belege der Vormarkenzeit fast schon zwingender Bestandteil einer Ländersammlung sind. Diese Wertschätzung solcher Belege hat sich in der Philatelie erst im Laufe der Zeit entwickelt; als der damals noch aufstrebende Auktionator Grobe in Hannover vorphilatelistische Belege in seine Auktionen aufnahm, kommentierte dies der Doyen der deutschen Auktionatoren, Heinrich Köhler in Wiesbaden, mit der Bemerkung, dass da jetzt sogar jemand „mit Altpapier handle“ (1).

      „Vorphilatelie“ ist also, obwohl weit verbreitet (es gibt auch im Englischen den Begriff prephilately und im Französischen die préphilatélie), kein passender Begriff.
      Maassen führt in dem eingangs zitierten Artikel aus, dass die Philatelie sich insgesamt mit „allem, was Bezug hat auf die Freimachung“ beschäftigt, und dass wir den Begriff „Vorphilatelie“ exakter durch den Begriff Vormarkenzeit ersetzen sollten.

      Ich werde Vorphilatelie auf dieser Website dort stehen lassen, wo ich das Wort bisher gebraucht habe, aber – ich bin trotz fortgeschrittenen Alters lernfähig – in Zukunft nur noch von Vormarkenzeit reden.


Fussnoten:

  1. Siehe dazu: Horst Hamann: Auktionen in Deutschland haben Tradition (VII). DBZ/SE 13/2006, S. 47

Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 5. August 2006, letzte Bearbeitung am 5. August 2006.


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