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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Die erste Ausgabe Norwegens

Einleitung

Norwegen
Norwegen
(Quelle: Lückes Atlas der Briefmarkengeographie, Leipzig 1920)
Staatswappen von Norwegen
Staatswappen von Norwegen

      In Norwegen wollte der König nicht auf der ersten Briefmarke des Landes erscheinen – ein Essai mit dem Bild von Oskar I., das N.A.H. Zarbell im Mai 1854 vorlegte, wurde nicht akzeptiert.
      Man entschied sich stattdessen für das norwegische Wappen als Motiv, das einen Löwen mit einer Streitaxt zeigt, die als Symbol des → Hl. Olaf gilt.

      Begeisterung löste diese Marke beim Publikum nicht aus; die norwegische Zeitung Aftenbladet nannte sie „hässlich, schlicht und nicht angemessen“. Auch die philatelistische Fachwelt ignorierte diese Ausgabe lange; erst 1897, mehr als 40 Jahre nach ihrem Erscheinen, wurde der erste Artikel über die 4 Skilling veröffentlicht. Darin wurde aber bereits angesprochen, was Philatelisten in der Folgezeit lange beschäftigen sollte: Das Problem der Plattierung dieser Marke.

Norwegen Nr. 1, Platte D16
MiNr. 1II (D16)
(316. Auktion Schwanke, November 2008;
Copyright © → Schwanke, Hamburg)

      Die meines Wissens erste umfassende Publikation dazu wurde 1930 von Jellestad und Odfjell verfasst; sie ist in Billigs Spezialkatalog Norwegen, der 1948 erschien, abgedruckt.
      Die Autoren konnten das Rätsel um die Bögen mit 200 Marken lösen: Sie wurden in vier Platten zu je 50 Marken gedruckt. Ähnlich wie bei der ersten Ausgabe der Niederlande ist die Anordnung der Platten im Bogen etwas speziell:

Druckbogen der Norwegen Nr. 1
Beachten Sie bitte, dass die Bezeichnung der vier 50er-Platten nicht der üblichen Lesart zeilenweise
von links nach rechts folgt, sondern dass die Folgen A–B und C–D spaltenweise angeordnet sind.
Eine Markenposition wird eindeutig bezeichnet mit z. B. A19, B36, D44 etc.

 

Reproduktion zur Norwex 1955

      Zwar gibt es bei einer aus 200 verschiedenen Stempeln zusammengesetzten Platte keine „Plattenfehler“, aber einzelne, sehr markante Typen werden – wie bei den Ausgaben von Córdoba – separat katalogisiert und teilweise mit eigenen Nummern in den Katalogen geführt.
      Die oben auf dieser Seite gezeigte Michel Nr. 1II ist die Marke von Bogenfeld D16; sie verdient eigentlich keine eigene Katalogisierung. Sie ist aber als sprukken plate, gebrochene Platte, wegen ihres markanten Erscheinungsbildes besonders bekannt und beliebt.
      Gleiches gilt für die MiNr. 1I, im Michel geführt mit dem Vermerk „gespaltene Tatze des linken Fusses“. Diesen im Norwegischen als dobbeltfot bekannten Typ findet man auf Bogenposition D40 – er ist nicht seltener als eine Marke von Bogenfeld D39 oder D41, aber eben sehr markant. Rechtfertigt dies die im Michel zwanzigmal (!) so hohe Preisnotierung?

      Zur internationalen Briefmarkenausstellung NORWEX in Oslo erschien 1955 eine Reproduktion, die neben einem „Normaltyp“ der Nummer 1 drei markante Typen zeigt (Abbildung links). Details dazu finden Sie auf der Seite über die Neudrucke.


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Erste Veröffentlichung am 2. Februar 2009, letzte Bearbeitung am 2. Februar 2009.


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